Arzthelfer, seit 2006 Medizinische Fachangestellte, sind in Arztpraxen aller Fachrichtungen sowie in Krankenhäusern und anderen Institutionen des Gesundheitssystems tätig. 90 Prozent von ihnen sind weiblich.

Die Tätigkeiten von Arzthelfern wechselt von Kundenkontakt zur Schreibtischarbeit. Sie unterstützen Ärzte bei der Betreuung, Untersuchung und Therapie der Patienten und führen Beratungsgespräche durch. Sie sind auch verantwortlich für die Organisation des Praxisablaufs und die Verwaltung. Sie schreiben zum Beispiel Rechnungen und Dokumente im Auftrag des Arztes.

Medizinisches Fachwissen ist gefragt! Arzthelfer müssen Notfälle erkennen und den Arzt bei der Behandlung assistieren. Nicht nur Blutabnahmen gehören häufig zu ihren Tätigkeiten, sondern auch Verbände anlegen, Instrumente reinigen oder Medikamente verabreichen.
Die Ausbildung zum Medizinischen Fachangestellten dauert in der Regel drei Jahre, kann aber auch um ein halbes Jahr verkürzt werden. Die duale Ausbildung verläuft parallel in einer Arztpraxis und einer Berufsschule, die ein bis zwei Tage in der Woche besucht wird.

Von ihrem Arbeitgeber bekommen die angehenden Arzthelferinnen eine Ausbildungsvergütung, die meist tariflich festgelegt ist. In den alten Bundesländern reicht die Vergütung von 480 Euro im ersten Ausbildungsjahr bis 565 Euro im dritten. In den neuen Bundesländern fällt die Vergütung mit 392 Euro im ersten Jahr bis 498 Euro im dritten, etwas knapper aus.

Es gibt aber auch die Möglichkeit einer schulischen Ausbildung, in der die theoretischen Aspekte ausführlich im Unterricht behandelt werden. Praktische Erfahrungen sammeln die Schüler in umfassenden Praktika in Arztpraxen. Hier gibt es aber keine Ausbildungsvergütung.
Gesetzlich ist für die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung notwendig, doch werden hauptsächlich Bewerber mit einem mittleren Bildungsabschluss eingestellt. Die Schulen legen eigene Kriterien fest, in der Regel wird aber mindestens ein Hauptschulabschluss vorausgesetzt.
Nach Abschluss der Ausbildung ist die Spanne im Einkommen groß. Durchschnittlich liegt das Bruttogehalt, abhängig von Branche und Region, zwischen 1300 und 1800 Euro im Monat.