Die Ausbildung zur Zimmerin und zum Zimmerer verspricht eine abwechslungsreiche Zeit – interessiert man sich für das Bauen mit Holz.

Die duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule dauert in der Regel drei Jahre und wird im letzten Ausbildungsjahr nach Tarif mit bis zu 1.140 Euro oder nach freier Vereinbarung vergütet. Handwerkliches Geschick, technisches Verständnis und die Bereitschaft zu schwerer körperlicher Arbeit werden für den Beruf vorausgesetzt.

Fähigkeiten und Finanzielles

Wurde die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, können Zimmerleute Dachkonstruktionen bauen, Holzbauten restaurieren, Fußböden verlegen, Balkone zimmern und Innenverkleidungen anfertigen. Sie verstehen es, Bauzeichnungen zu lesen und selbst welche anzufertigen, um nach ihnen zu arbeiten. Möchte man die Ausbildung rein schulisch absolvieren, ist keine Vergütung vorgesehen. Um die anfallenden Kosten (Fachliteratur, Gebühren, Fahrtkosten) zu bezahlen, bietet das Bildungsministerium ein spezielles BAföG sowie die Förderung durch die Auszubildende Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) an.

Ausbildung der Zimmerleute im Ausland

Interessant sind auch die Möglichkeiten, die Ausbildung ganz oder teilweise im europäischen Ausland zu machen sowie internationale Zusatzqualifikation (zum Beispiel „Europaassistent/in im Handwerk) zu erwerben. Hierfür gibt es spezielle Kooperationen, wie Austauschprogramme oder Praktika. Solche Erfahrungen sind für Zimmerleute  lohnend, da ihr Beruf stark von saisonalen Bedingungen der Baubranche abhängt.

Weiterbildung und auf der Walz

Möchte man sich spezialisieren oder studieren, stehen der Zimmerin und dem Zimmerer viele Wege offen. Man kann sich als Vorarbeiter, Zimmerpolier, Meister oder Restaurator ausbilden lassen. In Eberswalde, Hildesheim, Rosenheim und andernorts gibt es die Möglichkeit, Holzbau, Architektur, Bauingenieurwesen und Holzingenieurwesen zu studieren.

In letzter Zeit wurde auch eine alte Tradition des Zimmermanns wieder populärer: Die Walz. Die Wanderjahre der Zimmerleute entsprechen einem alten Brauch der Berufsgruppe, die in der Zunft bis heute hoch gehalten wird. Je nach Schacht (Vereinigungen der Zimmerleute), muss man zwischen zwei und drei Jahren und einen Tag unterwegs sein. In dieser Zeit darf man den Bannkreis von 50 Kilometern um seine Heimatstadt nicht betreten. Sinn und Zweck der Walz ist es, neue Handwerkstechniken bei den unterschiedlichsten Arbeitgebern zu erlernen – und natürlich persönlich zu reifen.