Wer einmal die beiden großen Buchmessen in Deutschland, in Leipzig und in Frankfurt, besucht hat, wird sofort die schiere Menge neuer Bücher und vor allem neuer Autoren auffallen. Aber wie wird man eigentlich Schriftsteller und was macht den Beruf aus?
“Schriftsteller” ist kein Ausbildungsberuf, obwohl es an der Universität Hildesheim eine schreibhandwerkliche Ausbildung und an der in Leipzig einen Studiengang zum diplomierten Schriftsteller gibt und sich Schriftsteller auch gewerkschaftlich organisiert haben. Die meisten Autoren haben sich ihr Handwerk allerdings autodidaktisch angeeignet, viel gelesen und irgendwann den Schritt gewagt, selbst zu schreiben und sich mit den Werken bei Verlagen vorstellig zu machen.
Der Weg zum veröffentlichten Werk in Deutschland ist lang, steinig und schwer. Es gibt keinen exemplarischen Werdegang und das angestrebte Ziel muss hart erkämpft werden. Die einzige Hilfestellung ist meistens die eigene Leidenschaft. Die wenigsten kreativen Schreiber finden auch einen Verlag als Arbeitgeber, was mitunter nicht unbedingt an der Qualität der Texte liegen muss. Manchmal müssen Verlage, um ihr eigenes Überleben zu sichern, Trends folgen und der abgelehnte Text mag dort nicht hineinpassen.
Eine Möglichkeit, das ersehnte Ziel zu erreichen, ist auch das Literaturstudium in Germanistik, Anglistik und anderen Sprachen. Auf diese Weise lernt man die Theorie und Philosophie hinter verschiedenen Stilen, Epochen und literarischen Ansätzen kennen und bekommt die Analysefähigkeit vermittelt, die man benötigt, um der eigenen Arbeit nachzugehen. Aber es braucht keinen Hochschulabschluss, um kreativ zu schreiben: Einzig die Begeisterung für das Metier zählt und jemand, der das Talent entdeckt und fördert.
Aber selbst wenn man veröffentlicht wird, ist das Leben eines Schriftstellers nicht unbedingt einfach: Neben den Schwierigkeiten der Arbeit selbst, der Angst vor Nichterfolg, möglichen Schreibblockaden und dem Umgang mit Verlagen drohen gerade finanzielle Probleme dem Autor das Genick zu brechen. Die meisten Schriftsteller müssen, genauso wie andere Kreative, meistens weiteren Verdienstmöglichkeiten nachgehen, um über die Runden zu kommen. Dies kann in halbkreativen Jobs geschehen, die zumindest eine Nähe zum eigentlichen Ziel aufweisen, in Dozenten- oder Rezensenten-Tätigkeiten oder in völlig vom Schreiben abgerückten Arbeitsfeldern, denn irgendwie muss ja die Miete bezahlt werden.
Viele Träumen davon, den Beruf des Schriftstellers auszuüben, wenige erhalten jedoch die Chance dies auch tatsächlich zu tun. Dennoch sollte man nicht aufgeben, wenn man sich für diesen Weg entschieden hat und die langen Buchreihen auf den Messen zeigen, dass es durchaus möglich ist, sein Ziel zu erreichen.
Juni 8th, 2010 um 15:20
Schriftsteller Praktikum. Wer der Welt als Autor etwas zu sagen hat kann bei mir ein Praktikum machen in Lyrik, Prosa, Lektorat und Medien. Lernen kann man alles. Referenzen: http://www.tah.ch/vitae.html
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