Könntet ihr euch vorstellen, Bestatter zu sein? Für die meisten Menschen ist das unvorstellbar, andere sehen diesen Beruf als Traumjob, der eine Balance zwischen Trauer, Respekt und Dienstleistung erfordert.

Trauerbegleitung und Verkaufsgespräch

Vielleicht habt ihr schon einmal mit einem Bestatter gesprochen – man hört gebannt zu und fragt sich gleichzeitig, ob so ein Beruf überhaupt Spaß machen kann, wenn man jeden Tag mit dem Tod konfrontiert wird. In diesen Momenten wird oft klar, dass wir ein falsches Bild vom Beruf des Bestatters haben. Natürlich ist die Trauerbegleitung ein wichtiger Bestandteil der Arbeit, denn oft ist diese Person der erste Ansprechpartner der Trauernden. Da kann es sein, dass man mitten in der Nacht angerufen wird, wenn Angehörige verzweifelt sind und Beistand brauchen. Doch gleichzeitig müssen Bestatter auch ein Verkaufsgespräch führen, denn es geht um viel Geld – Anzeigen schalten, die Trauerfeier organisieren, Musik, Redner und Pastor.

Die psychische Belastung ist nicht zu unterschätzen

Als Bestatter gilt es daher, zwischen Dienstleistung und Trauer eine Balance zu finden. Im Hintergrund wird sich um die Sterbeurkunden, Versicherungen und Kündigungen von alltäglichen Dingen wie des Zeitungsabonnements gekümmert. Dies sind Dinge, die man dem Trauernden abnehmen kann und die ebenso zur Arbeit des Bestatters gehören wie die eigentliche Zeremonie.

Der Weg zum ausgebildeten Bestatter

Doch wie wird man eigentlich Bestatter? Der Zugang ist frei, es reicht ein Gewerbeschein, weshalb eine Prüfung oder Ausbildung keine Pflicht ist. Man kann sich durch die Handwerkskammer zum geprüften Bestatter fortbilden lassen, wenn man langjährige Erfahrung hat. Tatsächlich gibt es seit zehn Jahren den staatlich anerkannten Ausbildungsberuf zur Bestattungsfachkraft. In der Ausbildung lernen Azubis alles von der hygienischen Versorgung bis hin zum Erstellen der Sterbeurkunde. Nach der dreijährigen Ausbildung kann man eine Fortbildung zum Meister machen oder sich zum Thanatopraktiker weiterbilden lassen. Dessen Aufgabe ist es, die Verstorbenen ästhetisch wiederherzustellen. Die Auszubildenden lernen übrigens auch alles über die Religionen, denn diese erfodern unterschiedliche Trauer- und Bestattungsrituale. Letztlich aber liegt die Entscheidung, ob Bestatter ein möglicher Beruf, eine Berufung oder aber ausgeschlossen ist, allein bei euch.


Quelle des Bildes: Kzenon – Fotolia

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