Die Ausbildung oder das Studium geschafft und nun geht es ans Bewerben. Wie sieht denn überhaupt die bestmögliche Qualifikation für einen Job aus? Sind die Ansprüche bei den vielsagenden Bewerbungsschreiben auf dem internationalen Markt mit dem in Deutschland vergleichbar? Fragen über Fragen.
Sicher gibt es Unterschiede auf dem weltweiten Bewerbermarkt. In einer deutschen Bewerbungsmappe muss vor allem ein aussagekräftiges Anschreiben inklusive Foto vorhanden sein, sowie ein lückenloser Lebenslauf. Hat man dann als strebsamer Student noch diverse Praktika absolviert und kann sonstige Referenzen vorweisen, dann kann die Bewerbungsmappe mal gut und gerne 15 Seiten umfassen. Schaut sich die angeschriebene Personalabteilung denn überhaupt alles an? Man bemüht sich als Bewerber alle nur erdenklichen Informationen dem potentiellen Arbeitgeber mitzuteilen, aber wahrscheinlich sieht sich das ohnehin kaum einer an. Selten wird man über das vorn aufliegende Anschreiben, Lebenslauf und dem Zeugnis hinauskommen. Macht es dann überhaupt Sinn alle erarbeiteten Zusatzqualifikationen hinzu zufügen?
Angeblich werden die Unterlagen teilweise sogar nach Beurteilung des Bewerbungsfotos voraussortiert. Na wenn das mal nicht nach einer wohlüberlegten Auswahl nach geleisteten Qualifikationen klingt.
Ist die Bewerbung auf dem internationalen Arbeitsmarkt vielleicht eine Alternative? Geht es erst einmal rein nach der Gestalt der Unterlagen, dann erweist sich vor allem der englischsprachige Markt als bessere Variante. Hier darf in erster Linie gar kein Foto vorhanden sein, sowie das Alter und auch Religion sollten als Angaben nicht in der englischen Bewerbung auftauchen. Man könnte sonst voreingenommen sein und vorschnelle Schlüsse auf den zukünftigen Arbeitnehmer zu schließen sein. Im Ganzen ist die englische Bewerbung wesentlich dünner als eine deutsche Mappe. Aus eigener Erfahrung weiß ich zu berichten, dass das Anschreiben (Cover Letter) und der Lebenslauf (CV) ausreichen, wenn man sich für einen Job z.B. in Amerika oder Australien bewerben will. Die Mühe lohnt sich auf jeden Fall.
Ob diese verkürzte Version der Vorstellung nun besser ist? Ich wage mal zu behaupten ja, denn man hat mehr potentielle Chancen einen Job zu bekommen. Vielleicht sollte man das auch in Deutschland einführen, denn hier kommt man meist noch nicht einmal zu einem Vorstellungsgespräch und muss sich eventuell mit mehreren Praktika über Wasser halten. Auf Dauer kann das aber keine Lösung sein, denn diese “Jobübungen” werden entweder gar nicht oder nur sehr unzureichend bezahlt, obwohl man meist die gleiche Arbeit leistet wie die voll bezahlten Kollegen.