Eine Gemeinschaftsschule ermöglicht es Schülern, in offenen Lerngruppen mit- und voneinander zu lernen. Davon sollen schwächere Schüler profitieren. Aber welchen Nutzen haben gute Schüler davon?

Vom ABC-Schützen bis zum Abitur

Ziel der Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg ist es, eine größere soziale Durchlässigkeit zu erreichen als das bisherige dreigliedrige Schulsystem. Eine Gemeinschaftsschule umfasst die Klassen 5 bis 10. Je nach Schulstandort können auch die Klassen 1-4 und/oder 11-13 angegliedert werden. In Baden-Württemberg muss für die Klassen 1-10 eine Ganztagsbetreuung angeboten werden. Grundsätzlich können alle Schulabschlüsse erreicht werden, sofern die entsprechende Klassenstufe vor Ort angeboten wird. Die Gemeinschaftsschule wird bundesweit eingeführt, in den Ausrichtungen bestehen jedoch Unterschiede in den Bundesländern.

emeinsam trotz Unterschieden

Gemeinsames Lernen und ein Klassenverband bis zur 10. Klasse sind die Kernidee der Gemeinschaftsschule. Während auf Gesamtschulen die Schüler Leistungsgruppen zugeordnet werden, werden in Gemeinschaftsschulen Lerngruppen nach pädagogischen Gesichtspunkten gebildet. Stärkere und schwächere Schüler lernen in einem Fach gemeinsam. Kritiker bemängeln, dass fortgeschrittene Schüler nicht ausreichend gefördert würden. Befürworter halten dagegen, dass das gemeinsame Lernen die sozialen Kompetenzen aller Schüler unterstützt. Die Inklusion von Kindern mit Behinderungen, Lernschwächen oder besonderem Förderbedarf kann in diesen offenen Lerngruppen besonders gut gelingen. Lehrkräfte aller Schularten, inklusive der Förderschule, arbeiten als Lernbegleiter und nicht im herkömmlichen Verständnis als Lehrer. Sie orientieren sich gezielt an den Stärken und Schwächen der einzelnen Schüler, entwickeln mit Ihnen individuelle Lernziele und begleiten sie in ihren selbständigen Lernprozessen.

Ist die Gemeinschaftsschule das richtige für Ihr Kind?

Ob die Gemeinschaftsschule die richtige Schulform für Ihr Kind ist, können nur Sie entscheiden. Folgende Fragen können bei den Überlegungen helfen:

  • Soll das Kind eine Ganztagesschule besuchen?
  • In welcher Entfernung vom Wohnort ist eine Gemeinschaftsschule zu erreichen?
  • Gemeinschaftsschulen haben höhere Schülerzahlen. Wird Ihr Kind sich dort wohlfühlen?
  • Braucht ihr Kind eine besondere Förderung?
  • Sind Ihnen ein breites Allgemeinwissen und soziale Kompetenzen wichtiger als Fachwissen?
  • Profitiert Ihr Kind durch die gemischten Lerngruppen?
  • Erscheint Ihnen die 4. Klasse zu früh, um eine Entscheidung für eine Schulart zu treffen?

Foto von contrastwerkstatt – Fotolia

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