Vor Publikum zu reden, treibt vielen die Schweißperlen auf die Stirn. Mit diesen Tipps und Tricks werden Sie vielleicht kein Barack Obama, aber immerhin viel besser, als Sie denken.

„Man müsste beinahe die ganze Theorie der Musik und der Pantomime deutlich vor Augen haben, um alles, was zum Vortrag der Rede gehört, anzeigen und bestimmen zu können.“ Dass schrieb der Schweizer Philosoph Johann Georg Sulzer im 18. Jahrhundert und in gewissem Sinne hat er damit noch immer recht.

Denn tatsächlich ist Rede nicht nur eine Kunst des Sprechens, sondern auch der Performance. Ein Gesamtkunstwerk also. Quasi Entertainment. Jeder, der einmal einen Vortrag durchlitten hat, bei dem der Referent eine einzige trockene Textwüste hinterlassen hat, der weiß künftig eine gepfefferte, medial gut untermalte Rede zu schätzen.

Natürlich wird man nicht immer eine Hundertschaft in den Bann ziehen müssen, auch ein normales Vorstellungsgespräch ist eine kleine Rede. In jedem Fall gibt es einige Grundlagen des guten Vortrags, die stets beachtet werden sollten.

Auftakt

Man sollte nicht denken, dass Sie mit vorgehaltenem Gewehr ans Pult getrieben worden. Ein wenig Nervosität ist nur natürlich, aber seien Sie vor allem freundlich. Lächeln Sie ins Publikum. Das wirkt oftmals wie ein Eisbrecher. Dass Sie angemessen gekleidet sind, versteht sich von selbst, aber tragen Sie nur etwas, worin Sie sich wohl fühlen. Wenn Sie unsicher auf High-Heels angestolpert kommen, nützt vermutlich die beste Präsentation nichts.

Eine sorgfältige Vorbereitung ist das A und O. Kommen Sie keineswegs auf den letzten Drücker! Reservieren Sie sich ausreichend Zeit, um den Beamer aufzubauen, die Unterlagen zu sortieren und locker zu werden. Dazu können Sie ein paar ruhige Atemzüge machen und sich ausgiebig räkeln und strecken.

Augen und Hände

Wenn man aufgeregt ist, weiß man oft weder mit dem einen, noch mit dem anderen, wohin. Daher ein Tipp: Augen ins Publikum, Hände aufs Pult. Natürlich werden Sie immer wieder auf Ihr Manuskript oder den Bildschirm gucken müssen, aber Sie werden mehr Selbstbewusstsein und damit Konzentration erreichen, wenn Sie ab und zu Ihr Publikum anschauen. Wenn Sie die Hände ruhig ablegen können, dann verleitet das nicht zu nervösen Gesten. Es empfiehlt sich, mit den Händen immer mal wieder das Gesagte zu untermalen.

Sprechen statt Nuscheln

Das klare und deutliche Sprechen kann mit einem simplen Trick trainiert werden. Nehmen Sie öfters mal einen Korken zwischen die Vorderzähne und sprechen Sie langsam und bewusst einen Text. Nach einiger Übung werden Sie verblüfft sein, wie wunderbar artikuliert Ihre Worte nun über die Lippen gehen.

Die Profis

Wenn Sie berufsbedingt künftig häufiger Vorträge halten müssen, dann begutachten Sie regelmäßig die Profis der Szene: Politiker, Moderatoren, Laudatoren. Fernsehen mag eine Hilfe sein, aber am meisten lernen Sie sicher, wenn Sie einen guten Rhetor live und in Farbe erleben.