Reklame für Parteien und einzelne Politiker ist eine zweischneidige Angelegenheit. Zum einen unterliegt auch sie den Grundregeln der Werbung. Zum anderen aber folgt sie eigenen Gesetzen. Denn angeboten wird kein Produkt, sondern ein Versprechen für die Zukunft. Konkrete Angaben lassen sich daher nur selten machen. Umso wichtiger ist deshalb gerade in der Wahlwerbung ein kreativer Ansatz.

Der Slogan muss zum Bild passen

Wie häufig in der Werbung gibt es auch im Rahmen der Wahlreklame keine klaren Richtlinien für das Gelingen. Dafür gibt es aber auch beim Wahlkampf Fehler, die man bei der Außendarstellung in jedem Fall vermeiden sollte. Die betrifft vor allem den Einsatz von Slogans in Kombination mit Fotos von Politikern. Wenn als optischer Anreiz eine Landesmutter oder ein Landesvater als besonnener Politiker in Szene gesetzt werden soll, dürfen die dazu gestellten Wahlkampfaussagen nicht zu forsch und kämpferisch daher kommen. Wahlwerbung dient vor allem dazu, den Wählern klar zu machen, für welche Art von Politik der jeweilige Bewerber um ein Amt steht. Hierbei sollte eine möglichst einheitliche Linie verfolgt werden. Sowohl beim Gesichtsausdruck und der Pose wie auch bei den Claims auf den Wahlplakaten sollte deshalb immer hinterfragt werden, ob die Botschaft stimmig ist, zum Kandidaten passt und der Markenkern seiner politischen Orientierung ausreichend zum Tragen kommt.

Austauschbarkeit vermeiden

Eine weitere Krankheit vieler Wahlplakate ist die Beliebigkeit der darauf zu findenden Aussagen. Grundsätzlich setzen sich alle Politiker für „Mehr Arbeitsplätze“, „Bessere Bildung“ und „Mehr Sicherheit auf den Straßen“ ein. Die wahlberechtigten Bürger interessiert deshalb vor allem, wie der jeweilige Kandidat diese Ziele verwirklichen will. Dabei gilt die Faustformel: umso kleiner das Wahlgebiet, desto konkreter die Aussagen. „Neue Arbeitsplätze – für ein Gewerbegebiet Mühlenanger“ erfüllt als Wahlkampfslogan diese Voraussetzung. Eine weitere Grundregel der Werbung lautet: Reine Textplakate sind langweilig und prägen sich nicht so schnell ein wie prägnante Bilder. Daher sollten Wahlkampf-Manager darauf achten, Aussagen so knapp wie möglich zu halten und gleichzeitig prägnante Motive zu wählen, die die Botschaft passend unterstreichen. Lesen Sie hier, wie Werbemittel richtig eingesetzt werden.

Wahlwerbung ist eine Gratwanderung

Im Wahlkampf geht es für Parteien wie auch für einzelne Politiker darum, sich ausreichend klar zu positionieren und sich umgekehrt ausreichende politische Spielräume für die Zeit nach der Wahl offen zu halten, um nötigenfalls Kompromisse vereinbaren zu können. Nur dann bleiben Politiker glaubwürdig und haben auch im nächsten Wahlkampf die Chance, mit ihren Aussagen von den Wählerinnen und Wählern ernst genommen zu werden.

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