Gegen beinahe jedes Risiko kann sich ein Arbeitnehmer versichern lassen – doch nicht jede Police, die von der Versicherungswirtschaft angeboten wird, ist auch wirklich notwendig. Auf einige Verträge sollte hingegen keinesfalls verzichtet werden, weil sonst wirtschaftlich schwerwiegende Folgen drohen. Vor allem, wenn nach einer schwerwiegenden Krankheit oder einem Unfall der erlernte Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, sind die gesetzlichen Absicherungen in der Regel unzureichend.

Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll, Unfallversicherung im Zweifel ausreichend

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den Versicherungen, die es in jedem Fall abzuschließen lohnt: Kann der erlernte Beruf aufgrund einer schweren Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr ausgeübt werden, besteht kein staatlicher Schutz. Anspruch auf eine Rente in Höhe der gesetzlichen Altersvorsorge hat nur, wer grundsätzlich nicht mehr oder nur noch eingeschränkt arbeitsfähig ist. Eine entsprechende Police hingegen deckt das Risiko ab, im eigenen Beruf nicht mehr tätig werden zu können. Dem ähnlich ist eine Unfallversicherung: Sie ist besonders bei Vorerkrankungen leichter zu erhalten als eine Berufsunfähigkeitsversicherung und zahlt, wenn durch einen Unfall eine Invalidität entsteht. Im Gegensatz zur gesetzlichen Unfallversicherung zahlt die private Police auch bei Unfällen, die nicht auf dem Arbeitsweg geschehen sind. Dafür sind jedoch psychische Erkrankungen nicht mitversichert.

Für Arbeitnehmer ist zudem eine betriebliche Altersvorsorge sinnvoll: Jeder Arbeitnehmer kann monatlich auf einen Teil seines Gehalts verzichten und so für das Rentenalter sparen. Die gesetzliche Rente ist in den meisten Fällen nicht ausreichend, sodass weitere Vorsorgemaßnahmen getroffen werden sollten (Quelle: finanzwelt.de). Mit der betrieblichen Altersvorsorge sind Sie im Alter abgesichert. Sie hat zudem den Vorteil, dass für den gesparten Betrag keine Sozialversicherungsbeiträge und Einkommenssteuer gezahlt werden müssen.

Eigene Familie: Lebensversicherung schützt Zukunft der Kinder

Eine Haftpflichtversicherung sollte ebenfalls vorhanden sein. Schnell entstehen aus Fahrlässigkeit Schäden bei Dritten, die richtig teuer werden können. Besonders Personenschäden können ohne Versicherung den finanziellen Ruin bedeuten. Wer eine Familie gegründet hat, trägt auch eine Verantwortung für ihre wirtschaftliche Sicherheit. Kommt es also zu einem tödlichen Unfall des Hauptverdieners der Familie, drohen neben dem menschlichen Verlust auch erhebliche finanzielle Turbulenzen – zumindest eine Risikolebensversicherung sollte also abgeschlossen werden. Die Prämien dafür sind vergleichsweise günstig, eine Vertragsunterzeichnung sollte aber nicht leichtfertig geschehen. Häufig wird die Versicherungssumme zu niedrig gewählt. Fachleute empfehlen, das drei- bis fünffache Bruttojahresgehalt zuzüglich eventueller Verbindlichkeiten anzusetzen. Auch eventuelle Ausbildungskosten der Kinder sollten in jedem Fall mitberücksichtigt werden.

Vor allem vor Arbeitsunfähigkeit sollte privat versichert werden

Auch wenn die gesetzlichen Sicherungssysteme in Deutschland viele Risiken tragen, gibt es einige Lücken. Arbeitnehmer sollten deshalb vor allem für den Fall der Arbeitsunfähigkeit vorsorgen. Um auch die eigene Familie abzusichern, ist ferner eine Risikolebensversicherung notwendig. Außer Frage steht auch der Abschluss einer privaten Haftpflicht. Ein Schaden ist durch Unachtsamkeit schnell verursacht und kann insbesondere bei Personenschäden schwerwiegende Folgen haben.

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