Kahlschlag beim Luftfahrt- und Raumfahrtkonzern EADS: In Deutschland sollen an den verschiedenen Standorten 2.600 Stellen wegfallen. Die Streichungen betreffen ausschließlich die Rüstungssparte. Die IG Metall und Betriebsräte reagierten schockiert.

Stellenabbau vor allem in süddeutschen Werken

Schlechte Stimmung bei den insgesamt 25.000 deutschen Beschäftigten des europäischen Großkonzerns EADS: Die Ankündigung der Vorstandsführung, rund 2.600 Stellen abzubauen, traf sie wie ein Schlag. Europaweit will das Unternehmen sogar 5.800 Arbeitsplätze streichen. Die Leitung begründete diesen Schritt mit schwächelnden Absätzen insbesondere in der Militärsparte. Wie genau sie diese einschneidenden Maßnahmen umsetzen will, ließ sie offen. Einen Teil des Abbaus will sie wohl durch die Nicht-Weiterbeschäftigung von Zeitarbeitern und Personalumschichtungen realisieren, sie schließt aber auch keine betriebsbedingten Kündigungen aus. Da die Kürzungen vor allem den Rüstungsbereich treffen, dürften die Standorte im Norden weitgehend verschont bleiben. Die Mitarbeiter in Hamburg und Finkenwerder beschäftigen sich kaum mit dieser Sparte. Etwas größere Unsicherheit herrscht in den Werken in Bremen und Stade. Der Großteil der Kürzungen dürfte sich aber auf Oberbayern konzentrieren. In Unterschleißheim bei München residiert bisher die Zentrale der Rüstungstochter Cassidian, diesen Standort will EADS komplett aufgeben. 1.400 Mitarbeiter arbeiten dort. Wie viele der Beschäftigten in der neuen Zentrale in Ottobrunn unterkommen, kann noch niemand sagen. Hart dürften sich die Pläne zudem auf das Werk in Unterschleißheim bei Ingolstadt auswirken. Dort produziert der Konzern das Kampfflugzeug Eurofighter, bei der er mit einer schwachen Nachfrage kämpft.

Wie die betroffenen Belegschaften reagieren

Vertreter der IG Metall und der Betriebsräte haben sofort harten Widerstand angekündigt. Vor allem über die Tatsache, dass die Pläne zu betriebsbedingten Entlassungen führen könnten, erregt die Gemüter. Die Arbeitnehmervertreter verweisen auf die gute Ertragslage des Konzerns und darauf, dass die Geschäftsführung in den kommenden Jahren die Dividendenausschüttungen erhöhen will. Kurz nach der Veröffentlichung der geplanten Kürzungen versammelten sich an allen Standorten die Mitarbeiter und protestierten medienwirksam gegen den Arbeitsplatzabbau. Auch viele Kommunalpolitiker sprachen sich lautstark gegen das Vorhaben aus. Insbesondere in Unterschleißheim und Manching befürchten die Bürgermeister und Abgeordneten massive Konsequenzen, zum Beispiel ein Rückgang der Kaufkraft durch Wegzüge und Steuerausfälle. Neben den öffentlichen Unmutsbekundungen werden die Betriebsräte bald Verhandlungen mit der Konzernspitze aufnehmen. Wenn diese keinen Erfolg zeitigen und Beschäftigte betriebsbedingte Kündigungen erhalten, sollten sie sich rechtzeitig bei einem Anwalt für Arbeitsrecht wie z.B. auf http://arbeitsrecht-mediation.com informieren. So können sie die Kündigung entweder verhindern oder zumindest eine angemessen hohe Abfindung durchsetzen.

Zittern und Kampfgeist bei den EADS-Beschäftigten

Die Arbeitnehmer von EADS werden die Stellenkürzungen nicht widerspruchslos hinnehmen, das machten Gewerkschaften, Betriebsräte und Arbeitnehmer bereits klar. Inwieweit sie damit Erfolg haben, werden die nächsten Monate zeigen. Sie werden alles daran setzen, wenigstens betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern.

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