Früher nannte man es Reklame, heute sagen die meisten Werbung oder Marketing. Da sieht man mal, wie sich die Sprachgewohnheiten ändern. Doch nicht nur das, sondern auch die Art eine Ware publik zu machen und anzupreisen hat sich geändert.

Im Mittelalter gab es höchstens Marktschreier, die die Aufgabe hatte, die Ware an den Mann zu bringen. Richtige Werbung begann jedoch erst viel später. Relativ früh waren schon sogenannte Nasenschilder bekannt. Nein, man hing sich nichts an die Nase, nur weil sich heut einige Leute Werbung auf die Stirn tätowieren lassen! Die Rede ist von Schildern, die im rechten Winkel an der Hauswand hingen, damit sie auch aus gewisser Entfernung lesbar waren. Heute gibt es stattdessen Leuchtreklame.

Im Vergleich zu heute war Werbung früher auch weniger emotional. Jetzt bestehen die Anforderungen darin, kurze und einprägsame Slogans zu entwickeln, die möglichst auch noch positive Gefühle beim Verbraucher wecken. Ein Grund dafür, dass die Werbung am besten heftig einschlägt, ist die heutige Schnelllebigkeit. Die wenigsten Produkte halten sich lange auf dem Markt und bleiben dabei im Gedächtnis präsent.

Erst mit Beginn des 20.Jahrhundert entstand die Werbung, wie wir sie heute kennen. Problematisch war, dass meistens nur Luxusartikel 8für die damalige Zeit jedenfalls) angepriesen wurden. Die Menschen wurden an den heute weniger populären Litfaßsäulen auf neue Produkte aufmerksam gemacht. Außerdem gab es Annoncen in Zeitungen. „Pappplakate“ gab es kaum, dafür wurden Emaille-Schilder produziert. Diese sind heute auch wieder heiß begehrt, zum Beispiel auf Flohmärkten – neu hergestellt oder als echtes antikes Sammlerstück.

Als sich in den 50er Jahren die Medien mehr etablierten, kam auch Radiowerbung auf. Charakteristisch war das herausstellen der typischen Rollenverteilung: Frauen hinter dem Herd als fleißige Ehefrau und als treusorgende Mutti. Etwa 30 Jahre später setzte ein Boom der Fernsehwerbung ein. Jetzt gab es Privatsender, die sich natürlich finanzieren mussten. Erfolgreich war Werbung dann, wenn man statt Margarine „Lätta“ und statt Taschentuch „Tempo“ sagt.

Heute werden Unmengen an Geld für Werbezwecke ausgegeben, nicht nur in Zeitschriften und im Fernsehen, denn seit den 90er Jahren gibt es auch noch eine neue Plattform, die sich Internet nennt. Wir sind gespannt, was noch folgt 🙂