Ein neuer Trend im Marketing zeichnet sich ab, das Ethno-Marketing. Das Ethno-Marketing bezeichnet ein strategisches Unternehmenskonzept, das sich gezielt an die Bedürfnisse ethnischer Minderheiten in einem Land ausrichtet. Dabei werden die ethnischen Zielgruppen in homogene Segmente aufgeteilt, für die ein spezifisches Marketinginstrumentarium zum Einsatz kommt. Mit dem Ethno-Marketing sollen neue Kundengruppen erschlossen und deren potentielle Kaufkraft ausgeschöpft werden, da diese Zielgruppen ein differenziertes Kaufverhalten aufweisen.

Das Ethno-Marketing hat sich in der deutschen Unternehmenspraxis noch nicht umfassend durchgesetzt. Dabei scheint die gezielte Ansprache ethnischer Minderheiten ein erfolgversprechendes Konzept zu sein, insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmend zurückhaltenden Kaufbereitschaft der deutschen Bevölkerungsgruppe. Die Erfolgsaussichten des Ethno-Marketing können auch in einem Vergleich mit dem Senioren-Marketing betrachtet werden. Denn auch die älteren Zielgruppen weisen eine hohe Kaufkraft auf, deren Konsumbereitschaft in einer gezielten Ansprache nicht ausreichend berücksichtigt wird. Ein Problem kann hierbei sein, sei es über das Senioren-Marketing oder das Ethno-Marketing, dass sich die entsprechenden Zielgruppen diskriminiert fühlen können. Die Kernzielgruppe des Marketing bleiben jedoch die werberelevanten deutschen Bevölkerungsgruppen.

Findet das nationale Ethno-Marketing seine Berechtigung durch das internationale Marketing? Entscheidend für den Unternehmenserfolg auf internationalen Märkten ist ein differenziertes Marketing, das sich an den Bedürfnissen der Kunden, insbesondere der kulturellen Sitten und Gewohnheiten, ausrichtet. Diese Sichtweise lässt sich mit dem Ethno-Marketing auf die nationalen Märkte übertragen, auf denen die ausländischen Bevölkerungsgruppen unter Berücksichtigung ihrer ethnischen Herkunft angesprochen werden. Aber kann das Ethno-Marketing nicht auch hinderlich für eine Integration ethnischer Minderheiten in einem Land sein? Letztendlich bleibt festzuhalten, dass die Grenzen zwischen ausländischen und inländischen Bevölkerungsgruppen immer fließender werden und somit eine gezielte Ansprache schwieriger vorzunehmen ist, laut Spiegel.