Studieren zu flexiblen Zeiten neben dem Beruf? Die Fernuni Hagen macht es möglich. Aber wie gestaltet sich das Fernstudium im Alltag? Ich habe ein Semester an der FU Hagen studiert. Hier meine Erfahrungen mit Moodle, Studienbriefen und Klausuren.

Fernuni Hagen: Psychologie NC frei studieren?!

Die Fernuni Hagen war mir eigentlich nur von Freunden bekannt, die schon voll im Berufsleben standen und neben dem Job einen Hochschulabschluss machen wollten. Ich selbst bin zu meinem Vollzeit Fernstudium in Hagen eher zufällig gekommen. Nach dem Abi war für mich klar, dass ich auf jeden Fall so schnell wie möglich aus meinem westfälischen Kaff weg wollte. Berlin sollte es sein, wo mich ein Praktikum während der Sommerferien hin verschlug. Doch als es dann im Herbst um die Studienplatzvergabe ging, schaute ich ganz schön in die Röhre. Sowohl die Humboldt Uni als auch die FU Berlin lehnten meinen Antrag ab. Mit einem NC von 1,3 konnte ich mit meinem 2er Abischnitt nicht mithalten.
Also schlug ich mich ein Jahr lang mit Praktika und Jobs durch, ehe ich einen neuen Versuch wagte – wieder nichts. Da ich aber nicht noch mehr Zeit verlieren wollte, schlug mir ein Freund das Fernstudium in Hagen vor. Denn dort kann man Fächer wie BWL, Kulturwissenschaft und sogar Psychologie völlig NC frei studieren! Die Studienabschlüsse werden ebenfalls international anerkannt.

Studium an der Fernuniversität Hagen – meine Erfahrungen

Also schickte ich meine Unterlagen nach Hagen und schon nach 2 Wochen war ich eingeschriebener Student. Endlich!
Bei einer Infoveranstaltung in Berlin staunte ich nicht schlecht: Nicht nur Erstis waren gekommen, auch Leute, die einen Job haben oder eine Familie betreuen, aber auch Bundestagsabgeordnete und eine Schauspielerin waren darunter, die ihre Termine mit den Vorlesungszeiten an einer regulären Uni kaum unter einen Hut bekommen könnten.

Vorteile des Fernstudiums an der FU Hagen

Ein weiterer Vorteil der FU Hagen: es gibt keine Studiengebühren! Man bezahlt lediglich das Material für die Kurse, die man belegt – das ist meist dann ungefähr so viel, wie andere Studenten für ihren Semesterbeitrag zahlen. Allerdings gibt es für Fernstudenten kein Semesterticket.
Nach dem Durchblättern der Studienbriefe, dicke Reader mit dem Lehrinhalt, wurde mir klar, dass das alles kein Spaziergang werden würde. Ich loggte mich erst mal bei Moodle ein, einer virtuellen Lernplattform, wo Aufgaben online gestellt, Fragen beantwortet und mit anderen Studierenden diskutiert werden kann.
Wer glaubt, das Fernstudium in Hagen wäre ein Spaßstudium und es würde reichen mit dem Lernen einen Monat vor der Klausur zu beginnen, der irrt gewaltig!
Ich war schnell verunsichert, nicht genug für die Uni zu tun. Zudem hatte ich auch noch mit einem weiteren Praktikum begonnen und war mit meinem Zeitmanagement völlig überfordert, da ich auch jobbedingt nicht an den Präsenzveranstaltungen im Studienzentrum teilnehmen konnte.
Eine Dozentin gab mir dann den Tipp mit den Lerngruppen. Diese trafen sich regelmäßig abends und man hatte, neben dem gemeinsamen Lernen, auch ein Ohr für meine Probleme.

Fernstudium im Ausland

Die Vorteile meines Fernstudiums lernte ich dann richtig zu schätzen, als ich für 2 Monate ins Ausland ging. Meinen Hörsaal nahm ich einfach in Form meines Laptops und den Studienunterlagen mit und konnte dort sogar am Goetheinstitut meine erste Klausur schreiben – und bestehen! 🙂
Nach einem Semester an der FU Hagen muss ich aber sagen, dass ich die Selbstdisziplin nicht mehr aufbringen wollte, mir auch die nächsten Jahre mein Studium selbst zu organisieren. Ich konnte aber so zulassungsfrei ins höhere Fachsemester meiner Traumuni wechseln. – Den Tipp gab man mir übrigens in der vorbildlichen Studienberatung.
Fazit: Ein Fernstudium in Hagen würde ich jedem, der die Disziplin hat, jederzeit weiter empfehlen. Unterschätzen sollte man es allerdings nicht!

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