An deutschen Hochschulen gibt es ein nahezu unüberschaubares Angebot an Studiengängen, die sich mit Film und Fernsehen beschäftigen. Die Bandbreite reicht vom rein theoretischen Studium bis hin zur technischen Ausbildung als Kameramann oder Techniker. Vor Studienbeginn sollte man sich für eine grobe Richtung entscheiden.

Es klingt für viele ganz einfach: Film und Fernsehregie studieren, mit einer Kamera im Gepäck nach Hollywood, und direkt einsteigen in die glamouröse Welt der Traumfabrik. In der Realität gestaltet sich dieser Weg leider nicht ganz so problemlos. Als wichtigste Entscheidung vor Studienbeginn steht die Frage, ob eher ein praktischer, technisch orientierter Pfad eingeschlagen werden soll, oder ob man die Welt des Films von ihrer theoretischen Seite verstehen lernen will.


Film studieren – Passt das zu mir?

Realistisch betrachtet kann sich jeder auf seine Art für das Medium Film begeistern. Nicht erst seit gestern hört man als beliebte Berufsziele Schauspieler/in, Filmproduzent, oder Regisseur. Doch die Branche hat sich enorm gewandelt in den letzten Jahrzehnten.

Die Monopolstellung des Kinofilms ist bereits in den 1960er Jahren gefallen, als das Fernsehen auf den Plan trat und viele um die Existenz des Mediums Kino bangten. Natürlich ist seit dem auf dem Arbeitsmarkt viel mehr Bedarf für Filmschaffende, Drehbuchautoren und Techniker, aber der Konkurrenzkampf macht vielen das Leben schwer.

Film studieren – Der theoretische Weg 

Wer seine Neigungen eher im Bereich des geisteswissenschaftlichen Arbeiten und Schreiben sieht, sollte sich für ein Studium der Film– oder Theaterwissenschaften entscheiden. Dieser Studiengang wird oft in Kombination mit Fächern wie Kulturwissenschaften oder linguistischen Fachrichtungen wie Germanistik und Sprachwissenschaft angeboten.

Inhalt des Studiums ist die theoretische und ästhetische Seite des Films als Medium, die in Seminaren und selbstständiger Heimarbeit erforscht wird. In vereinzelten Studiengängen wird das Studium der Filmwissenschaften auch mit Versatzstücken aus der Regiearbeit ergänzt, um den Studierenden mit praktischen Qualifikationen den späteren Einstieg in die Arbeitswelt zu erleichtern.

Film und Fernsehen – Praktisch orientierte Studiengänge

Gerade in Medienhochburgen wie Köln, Berlin und München haben sich diverse Fachhochschulen auf die Ausbildung von Mediendramaturgen, Kamera– und Schnittechnikern und Regisseuren spezialisiert. Die Studiengänge sind grösstenteils auf Bachelor angelegt, mit einer Regelstudienzeit zwischen 6 und 9 Semestern. Der Fokus von praktisch orientierten Filmstudiengängen konzentriert sich oft auf die marktwirtschaftliche Seite der Branche, und das Filmemachen kann als Handwerk von Grund auf erlernt werden.

Nicht selten wird ein praktisch orientiertes Studium begleitet von theoretischen Ergänzungsseminaren, um ein umfassendes Verständnis der Materie zu vermitteln. Eine strikte Trennung zwischen einem rein theoretischen und praktischen Studium ist heutzutage nicht mehr wirklich vorhanden, jedoch  lässt sich bereits mit der Entscheidung zwischen Universität und Fachhochschule eine grobe Richtung einschlagen.