Frauen befördern die Innovationskraft von Unternehmen. Das ist eines der zentralen Ergebnisse einer Studie der Boston Consulting Group (BCG). Die Unternehmensberatung hat dafür 170 internationale Firmen befragt und herausgefunden: Dort, wo der Frauenanteil in Führungspositionen höher liegt, stellt sich auch mehr Neues ein.

„Durch die geringere Beteiligung der Frauen am Erwerbsleben liegen erhebliche Innovationspotenziale brach“, sagt Rocío Lorenzo von der BCG, die die Studie im Auftrag des „Manager Magazins“ durchgeführt hat. „Vergrößert sich der Pool der Frauen in Arbeit, können diese Potenziale gehoben werden.“ Das gelte sowohl für ganze Länder als auch einzelne Unternehmen. Wenn mehr als 15 bis 20 Prozent der Führungsjobs an Frauen gehen, nehme die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens laut der Studie eindeutig zu.

Erfolgsbeispiel: Kirstin Schwarz

Ein Beispiel, wie gute weibliche Führung funktioniert, zeigt ein Familienunternehmen aus Neu Wulmstorf in Niedersachsen. Kristin Schwarz steht an der Spitze der traditionsreichen Fleischmanufaktur Schwarz Cranz und hat sich damit durchgesetzt in einer Branche, die eigentlich eine Männerdomäne ist. Der Einstieg war zwar nicht einfach, doch sie erwarb sich Respekt. Mit Erfolg. Schwarz steigert den Umsatz von damals 40 Millionen auf heute 130 Millionen Euro, sie schafft über 300 zusätzliche Arbeitsplätze – Schwarz Cranz beschäftigt heute über 500 Mitarbeiter – und krempelt die Produktion komplett um.

Eine Selbstverständlichkeit sind Beispiele wie dieses in Deutschland noch nicht. Das zeigt auch die Studie von BCG. Für die Analyse blickte man auch über die Grenzen hinaus und fand einmal mehr heraus: In den nordischen Ländern herrscht eine Wirtschaftskultur, die Frauen eine berufliche Karriere leichter macht. In Island arbeiten 82 Prozent der Frauen, 50 Prozent der Führungspersonen in Politik und Wirtschaft sind weiblich. Eine gleiche Bezahlung von Frauen und Männern ist im Gesetz verankert. Damit sich diese Tendenz auch in Deutschland einstellt, empfehlen die Autoren der Studie Arbeitgebern, intensiv nach weiblichen Talenten zu suchen. Außerdem solle der Wiedereinstieg nach der Babypause attraktiver gemacht werden und die Politik solle Väter stärker in Familienaufgaben einbeziehen, durch eine exklusive Väterzeit beispielsweise.

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