Wer heute sein Abitur macht, den beschäftigt der Begriff des Doppeljahrgangs. Momentan werden nach und nach in den einzelnen Bundesländern jeweils zwei Abiturjahrgänge entlassen. 2012 sind es Baden Württemberg und Berlin. In Baden Württemberg wurde 2004/05 landesweit das so genannte G8 eingeführt.







Mehr Absolventen kommen

Es verlassen im Jahr 2012 die letzten G9 und die ersten G8-Jahgänge gleichzeitig die Gymnasien. Auch in Berlin geht im Sommer 2012 nach 12 bzw. 13 Jahren für Abiturienten die Schulzeit gleichzeitig zu Ende. Etwa 6.000 Abiturienten zusätzlich sind es allein in Berlin.

Aussichten auf den Studienplatz

Die Doppeljahrgänge stellen vor allem die Hochschulen vor große Herausforderungen. Aber die Situation ist ohnehin angespannt, da in Bayern und Niedersachsen bereits 2011 mehr Abiturienten die Schulen verlassen hatten. Hinzu kam das Wegfallen der Wehr- und Zivildienstpflicht. Um die Situation zu entspannen, wurde in den vergangenen Jahren schon vorgesorgt. In Berlin wurden in den letzten Jahren Pläne gefasst, die Anzahl der Studienplätze für 2012 um 6.000 zu erhöhen. Somit könnten private und staatliche Hochschulen bis zu 30.000 Studienanfängern einen Platz anbieten. Auch finanzielle Unterstützung erfolgte durch das Vorziehen des Studienplatzausbaus. Damit Berliner Abiturienten sich auch gegen die Konkurrenz aus anderen Bundesländern durchsetzen können, wird in Berlin ein neuer Kurs in der Oberstufe angeboten. Dieses Fach kann man freiwillig besuchen und soll anschließend beim Aufnahmeverfahren an den Hochschulen als Vorleistung anerkannt werden. Ähnliche Modelle kennt man aus Amerika. Ebenso soll die Studienberatung verstärkt werden, um einem möglichen späteren Wechsel vorzubeugen. Auch bestimmte Quoten sollen es Berliner Abiturienten einfacher machen in der Hauptstadt zu bleiben. Das trifft unter anderem Abiturienten, die nach ihrem Abschluss noch minderjährig sind. Auch im Falle verschiedener sozialer Härtefällen ist eine Berücksichtigung vorgesehen. Ebenso rüstet man sich an den zahlreichen Hochschulen in Baden Württemberg für den Ansturm. Bereits 2011 drängten viele zusätzliche Studenten aus Bayern nach Baden Württemberg. Aber es muss ja nicht immer gleich ein Studium sein.

Mögliche Alternativen nutzen

Als Alternative zum direkten Studienbeginn empfiehlt sich zum Beispiel das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) oder der Bundes Freiwilligen Dienst (Budfi). Auch ein längerer Auslandsaufenthalt ist eine gute Möglichkeit seinen Horizont zu erweitern und wichtige Lebenserfahrungen zu sammeln. Einige Tätigkeiten werden bei der Bewerbung an den Universitäten sogar als Bonuspunkt aufgenommen. Vielen hilft die zusätzliche Zeit genauer über den eigenen Studienwunsch nachzudenken. Aber es muss auch nicht immer das klassische Studium sein.

Ausbildung 2012

Auch für Ausbildungsbetriebe wird 2012 sicherlich ein gutes Jahr. Schon seit Jahren fehlt es an einer Auswahl qualifizierter Bewerber. Auch im Hinblick auf den Geburtenrückgang ist die Ausgangssituation in den kommenden Jahren für die Betriebe eher schlechter. Viele Abiturienten entscheiden sich heute ganz bewusst für eine Ausbildung. Die Berufschancen nach einer erfolgreichen Ausbildung sind sehr gut. Auch duale Studiengänge sind äußerst attraktiv und für viele sehr hilfreich. Für die Betriebe kann dies eine langfristige Versorgung mit hochqualifizierten Arbeitskräften bedeuten. Solche Stellen sollten auch in Zeiten der Lehrstellenüberschüsse attraktiv bleiben. In Folge der Doppeljahrgänge kann zum ersten Mal auf eine große Anzahl an Bewerbern zurückgegriffen werden. Man darf als Abiturient angesichts der zahlreichen Möglichkeiten gelassen entgegen blicken. Auf der anderen Seite sollte man sich dennoch rechtzeitig um die eigene Zukunft kümmern.

Bildquelle: fuxart – Fotolia

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