Der Jobverlust gehört zu den größten Risiken, die eine mögliche Überschuldung auslösen können. Wer arbeitslos wird, bekommt deutlich weniger Geld als während der Berufstätigkeit. Um dennoch keine Schulden zu machen, ist eine sorgfältige Finanzplanung im Anschluss an den Jobverlust unverzichtbar. Diese sollte trotz der mit dem Verlust des Arbeitsplatzes verbundenen emotionalen Belastung sofort und mit einem möglichst kühlen Kopf angegangen werden.

Die wichtigsten Zahlungen zuerst vornehmen

Die wichtigsten Zahlungen sind die Miete einschließlich der Nebenkosten und der Strom sowie die Heizkosten, falls diese nicht an den Vermieter, sondern direkt an den Versorger zu entrichten sind. Mietschulden können zu einem Verlust der Wohnung führen und somit dramatische Folgen mit sich führen. Unterhaltsleistungen haben rechtlich gesehen ebenfalls Vorrang vor weiteren Ausgaben. Ihre Berechnung beruht auf dem Einkommen und erfolgt bei dessen Verringerung auf Antrag des Zahlenden neu. Dass die Arbeitslosigkeit zu niedrigeren Unterhaltszahlungen führt, ist nahezu sicher. Die Verminderung erfolgt allerdings ausschließlich auf einen Antrag des Unterhaltspflichtigen hin. Zu prüfen ist auch, ob das durch den Verlust des Arbeitsplatzes verringerte Haushaltseinkommen zu einem Anspruch auf Wohngeld führt.

Ausgaben durch sorgfältige Planung vermindern

Ein Haushaltsplan verschafft einen Überblick über alle regelmäßigen Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge. Wenn Arbeitslose sich konsequent an die für den Lebensunterhalt zur Verfügung stehenden Beträge halten, vermeiden sie das Entstehen von Schulden. Bereits eine kurzfristige Nutzung des Dispositionskredits verursacht hohe Zinskosten. Bei dessen regelmäßiger oder langfristiger Überschreitung riskieren Kontoinhaber sogar eine Kündigung des Girokontos oder zumindest des Kreditrahmens. Das Konto sollte nach Möglichkeit konsequent im Guthaben geführt werden. Falls Arbeitslose die Raten für bestehende Kredite aus dem Arbeitslosengeld nicht aufbringen können, ist das aktive Nachsuchen um eine mögliche Lösung wie eine Laufzeitverlängerung besser als das Nichtüberweisen der fälligen Raten. Bei den schwierigen Verhandlungen mit Kreditbanken hilft die Schuldnerberatung ebenso wie beim Aufstellen eines Haushaltsplans – informieren Sie sich hierzu zum Beispiel auf der Seite schuldendirekthilfe.de.

Einsparmöglichkeiten nutzen

Arbeitslose achten auf Einsparmöglichkeiten. Sie haben mehr Zeit zum Einkaufen als Berufstätige und können unterschiedliche Geschäfte aufsuchen, so dass sich das konsequente Ausnutzen von Sonderangeboten anbietet. Bei Versicherungsverträgen lässt sich prüfen, welche entbehrlich sind oder zumindest ein Ruhen der Beitragszahlungen während der Arbeitslosigkeit als sinnvoll erscheinen lassen. Auf keinen Fall aufgegeben werden darf die Privathaftpflichtversicherung, über alle anderen Absicherungen ist ein Nachdenken möglich.

Foto: ThinkstockPhotos-168763161_iStock_Roel Smart

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