Verschachtelte Sätze, Fremdwörter und Bandwurmsätze – jeder Student kennt die nicht enden wollende Fachliteratur. Man liest den Satz noch einmal und noch einmal – die Erkenntnis jedoch kommt oft spät oder gar nicht.

Schon seit 1990 setzt sich der Verein „Mensch zuerst“ dafür ein, Sprachbarrieren zu vermindern. Seit 2004 gibt es das erste „Büro für leichte Sprache“ in Bremen, in dem Menschen mit und ohne Behinderung Texte verfassen und überprüfen. Ziel: Texte sollen für alle verständlich sein. Diese Büros wachsen, sie kümmern sich um Amtsbriefe und Verträge oder auch Gebrauchsanweisungen, durch die viele Menschen nicht durchblicken. Für Migranten, wenig gebildete Menschen, Kinder und manchmal sogar auch für Studenten, die gern Kurzzusammenfassungen in Leichter Sprache lesen, um schnell an Informationen zu kommen. Simone Seitz, Professorin an der Uni Bremen, hat das Fachbuch „Ist Inklusion gerecht“ in leichte Sprache übersetzt. Sie betont aber, dass Studenten zwar durch die leichte Sprache schnell einen Überblick bekommen können, natürlich aber auch schwierige Texte weiterhin lesen und verstehen müssen.

Der Münsteraner Verlag „Spaß am Lesen“ bringt in den Niederlanden bereits seit 1994 und in Deutschland seit 2009 Krimis und Bestseller in einfacher Sprache heraus und die englischsprachige Wikipedia gibt es mittlerweile sogar in einer Simple-English-Version.


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