Kinder sollten von weiblichen und männlichen Erziehern betreut werden, wie die Ergebnisse der katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin zeigen. Zwei Drittel der Eltern und drei Viertel der Erzieher wünschen sich demnach nicht nur weibliche Erzieher. Trotzdem arbeiten nur 2,4 Prozent Männer in Kindertagesstätten. Wie kommt es dazu?

Der Psychologe Martin Verlinden ist der Meinung, dass Männer sexuell unbeherrscht agieren, und das Risiko auf Kindesmissbrauch erhöht wird, wenn sie mit kleinen Kindern arbeiten. Allerdings sind dies nur Ausnahmefälle – trotzdem führt dieser Verdacht gegenüber Männern dazu, dass sie ihre Entscheidung Erzieher zu werden überdenken.

In den nächsten Jahren werden in Deutschland mindestens 23 000 Erzieher fehlen – diese Lücke soll auch durch Männer geschlossen werden. Eine Initiative des Familienministeriums gibt dafür Millionen Euro aus – trotzdem bleiben die Vorurteile beständig. Das Projekt „Mehr Männer in Kitas“ des Ministeriums verfolgt das Ziel, Männer von einer Ausbildung zum Erzieher zu überzeugen. Männer in Kitas sind eigentlich unverzichtbar: Sie bolzen mit den Jungs und spielen mit Puppen, können Kinder trösten und motivieren – Kinder brauchen in ihrer Erziehung Vielfalt. Darüber sind sich Pädagogen einig. Männer haben andere Erziehungs- und Lebensschwerpunkte als Frauen, von denen Kinder profitieren können. Viele männliche Erzieher finden in ihrem Job mit Kindern ihren Traumberuf –  leider noch viel zu wenige.


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