Jeden kann es heute treffen – Arbeitslos zu werden ist kein Grund für Scham. In einer schnelllebigen Zeit bekommt kein abhängig Berufstätiger mehr die Garantie auf eine lebenslange Absicherung. Betriebsstilllegungen, Fusionen oder Umstrukturierungen machen oft gerade auch gute Arbeitskräfte arbeitslos.

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Bei der Suche nach einer neuen Tätigkeit sollten Betroffene dieses Thema in der Bewerbung und in Vorstellungsgesprächen offensiv angehen und keineswegs mit dem Gefühl antreten, von vornherein mit dem Makel arbeitslos behaftet zu sein. Eigene Abwertung führt zu einer negativen und wenig förderlichen Ausstrahlung.

 

 Vielmehr sollte man ein gesundes Vertrauen in seine Qualifikation und seine persönlichen Leistungsmerkmale entwickeln. Eine Checkliste, auf der man seine Pluspunkte und Stärken sammelt, vor allem im Hinblick auf die neue Position, lässt erkennen, wo man steht und was man kann. Das baut auf und stabilisiert das Selbstwertgefühl. Dieses Eigenprofil sollte man dann mit dem Markt abgleichen. Auf Branchenportalen oder auf Internetseiten zur Arbeitgeberbewertung findet man heraus, ob sich innerhalb seines beruflichen Umfeldes Änderungen ergeben haben. Das Internet zum Beispiel hat in den letzten Jahren verschiedene Berufe rasant verändert.

Euphemismen dämpfen das schlimme Wort „arbeitslos“

In Bewerbungsschreiben und Lebenslauf kann die Zeit der Arbeitslosigkeit – je nach ihrer Länge und wie lange sie zurückliegt – mit einer interessanteren Formulierung umschrieben werden, die auch ein Ziel beinhaltet. Sinnvoll ist es, die Zeit der Arbeitslosigkeit als Arbeitssuche und Phase der Weiterbildung zu bezeichnen. Eine berufliche Neuorientierung oder Sinnsuche stellt eine Arbeitslosigkeit ja in jedem Fall dar. Im Bewerbungsgespräch muss man dies allerdings näher begründen können.

Gut ist, wenn man dann belegen kann, dass man die Zeit, in der man arbeitslos war, sinnvoll genutzt hat, um das berufliche Know-how zu pflegen oder sogar zu optimieren. Auch dass man sich in anderer Weise weiterqualifiziert hat, um die Zeit der Arbeitslosigkeit beispielsweise durch den Besuch von Fachmessen, der Ausführung von Praktika oder Eigenstudium zu nutzen, verrät Zielstrebigkeit und Leistungsorientiertheit.

Ambition statt Verzweiflung

Kontraproduktiv ist es, im Bewerbungsgespräch erkennen zu lassen, dass man um jeden Preis seine Arbeitslosigkeit beenden will und daher der geeignete Kandidat für den Job ist. Verzweiflung oder Panik bilden für beide Seiten eine ungünstige Ausgangslage, denn auch der Bewerber muss die ausgeschriebene Position mit klarem Kopf prüfen können. Wer bei sich und seinen Zielen bleibt, konkrete Vorschläge macht, wie er die Position ausfüllen und welchen Nutzen er dem Betrieb bieten würde, kommt seinem Ziel eher näher. Langzeitarbeitslose sollten bereit sein, ggf. auch Kompromisse in Einstufung oder Gehalt einzugehen.

Mehr zum Thema Arbeitslosigkeit und den Problemen, die damit einhergehen können, gibt es hier.