Wenn die Kollegen lästern und der Chef den Untergegebenen schikaniert, wenn Mitarbeiter andere anfeinden und Schreibtisch-Nachbarn zu Opfern werden: Die Möglichkeiten, Kollegen durch ein gezielt feindliches Verhalten dauerhaft zu demütigen, zu ärgern, zu belasten und damit krank zu machen, sind vielfältig.

Mobbing ist in allen Bereichen ein ernstzunehmendes Problem © Eddie~S/Flickr

Deshalb bündelt sich in dem Begriff Mobbing die gesamte Vielfalt an entsprechenden Handlungen. Sie alle haben nur ein Ziel – Kollegen und Mitarbeiter zu verunsichern und zu benachteiligen.

Formal ist Mobbing in der Bundesrepublik nicht als Straftatbestand eingestuft. Dennoch gibt es Einzelhandlungen, die durch das Opfer zu Anzeige gebracht werden. So kann es prüfen lassen, ob es sich um eine Körperverletzung, um Nötigung oder üble Nachrede handelt. Oftmals sind die damit verbundenen Handlungen nur schwer nachweisbar. Kündigungen und Versetzungen, Abmahnungen, Tätlichkeiten, aber auch sexuelle Belästigungen und Beleidigungen gehören dazu, müssen dann aber im Bestandteil einer Mobbingstrategie dargestellt werden.

Mobbing: Einzelhandlungen können angezeigt werden

Das ist nicht immer einfach, denn das Ziel der sozialen Isolation, das Vorenthalten von Informationen, die überzogene Kontrolle von Tätigkeiten oder die überzogene Kritik selbst bei kleinsten Anlässen sind oftmals nicht als Teil eines komplexen Vorgehens der Täter erkennbar, geschweige denn nachweisbar. Grundsätzlich sollte sich ein Opfer nach Erkennen einer Mobbingstrategie aktiv zur Wehr setzen.

So kann es sich zunächst an den Betriebs- oder Personalrat wenden und um Unterstützung bitten. In vielen Unternehmen oder Behörden existiert zudem ein Gleichstellungsbeauftragter, der eingeschaltet werden kann. Ist der Verursacher, zum Beispiel ein Vorgesetzter, direkt für die Handlungen verantwortlich zu machen, besteht auch die Möglichkeit einer Dienstaufsichtsbeschwerde.

Rechtsprechung: Schadenersatz für Mobbingopfer

Inzwischen gibt es eine höchstrichterliche Rechtsprechung in diesem Bereich, hat selbst das Bundesarbeitsgericht in Musterverfahren Entscheidungen dazu getroffen. Allerdings sind Schadenersatzansprüche als letztes Mittel im Einzelfall nur sehr schwer durchzusetzen. Deshalb sollte sich ein Mobbingopfer frühzeitig bemühen, der Eskalationsspirale ein Ende zu bereiten – durch aktives Gegenhalten im Sinne eines persönlichen Gesprächs, aber auch durch aktive Gegenwehr mithilfe der möglichen Instanzen im Unternehmen.