Freiberufler und Studenten leiden am häufigsten unter der Prokrastination. Das permanente Aufschieben führt dazu, dass man am Ende vollkommen gestresst und überfordert die ungeliebte Aufgabe angeht. Diese Erscheinung hat jedoch Ursachen. Kennt man die, dann kann man auch bewusst dagegen angehen.

Das ewige Aufschieben bin ich leid. Die Crux an der Prokrastination, wie es in der Fachsprache heißt, ist aber, dass man es dennoch immer wieder tut. Das schafft nicht nur einen enormen Leidensdruck, es kann auch schwerer wiegende Konsequenzen haben.

Was ist Prokrastination oder: Warum wir ständig Arbeiten aufschieben

Prokrastination ist die lateinische Variante für das Aufschieben. Ein Synonym ist etwa „Handlungsblockade“. Und so fühlen sich Menschen auch, die eigentlich eine wichtige Aufgabe, wie zum Beispiel Lernen, zu erledigen haben, sich aber einfach nicht dran setzen können. Gerade am Beispiel Lernen kann man auch deutlich machen, um welche Art von Aufgaben es sich handelt: Sie sind unbeliebt und der Erfolg stellt sich meistens nicht sofort ein.

Ein richtiger Teufelskreis kann daraus entstehen. Die Betroffenen sind sich nämlich vollkommen im Klaren darüber, dass sie jetzt eigentlich diese Wichtige Sache zu tun haben, sie suchen sich aber häufig Aufgaben, die ein schneller erreichbares Erfolgserlebnis versprechen. Das schafft jede Menge Druck und noch mehr Frust. Ersteres kommt auch von außen. Aufschieben wird als schlechte Arbeitsmoral, wenn nicht sogar als Faulheit gewertet. Darunter leiden die Prokrastinierer noch mehr.

Verursacht wird die Prokrastination durch verschiedene Faktoren. Unlust spielt beispielsweise eine Rolle. Aber auch übersteigerter Perfektionismus kann ursächlich sein. Manche Menschen stellen dermaßen hohe Anforderungen an sich selbst, dass sie schon Angst haben zu scheitern, bevor sie die Aufgabe auch nur ansatzweise in Angriff genommen haben. Viele setzten auch Prioritäten falsch. In der Psychologie wird ein langer Katalog von Auslösern für Prokrastination beschrieben.

Wege aus der Prokrastination: Nie wieder Aufschieben!

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Bekämpfung des immerwährenden Aufschiebens, die man ausprobieren sollte. Es ist jedenfalls keine Lösung, sich fürs nächste Mal zu mehr Disziplin zu ermahnen. Das wird immer in die Hose gehen. Stattdessen sollte man sich einige Mechanismen bewusst antrainieren. Zum einen können Betroffene sich fragen, ob die Aufgabe wirklich mit derartiger Dringlichkeit erledigt werden muss. Ist für den übernächsten Tag eine Klausur angekündigt, so lässt sich diese Frage zum Beispiel bejahen, nur um beim Beispiel des Lernens zu bleiben.

Muss man sich nun also vor die Bücher hocken, so sollte man nicht den Lehrstoff als Ganzes betrachten und sich in der Erwartungshaltung, das alles an einem Tag und in einem Rutsch schaffen zu müssen, dran setzen. Viel sinnvoller ist es doch, den Lehrstoff in überschaubare Abschnitte zu unterteilen und sich kleine Ziele zu setzen. Hat man ein Ziel erreicht, so gibt es eine kleine Belohnung. Schafft man es nicht, so ist wohl die Frage an sich selbst naheliegend, ob man sich nicht wieder einmal zu viel zugemutet hat.

Dann hilft es vielleicht, sich ein noch unliebsameres Projekt zu suchen und dieses ebenfalls auf die To-Do-Liste zu setzen. Dadurch erscheint einem die eigentliche Aufgabe gleich viel positiver. Auch muss man nicht in einer vollkommen aufgeräumten und geputzten Umgebung lernen. Ablenkungen wie Internet, Handy und das Fernsehen sollten ausgeschaltet werden. Auch wenn sich keiner meldet, man schaut immer wieder, ob nicht doch eine Nachricht gekommen ist und das lenkt ab!