In anderen Ländern gibt es das schon lange: Studiengänge für Geburtshelferinnen. Nun ändert sich die Ausbildung auch in Deutschland. Bachelor- und Masterstudiengänge in der Hebammenwissenschaft sollen künftige Hebammen optimal auf ihren Beruf ausbilden. Hebammen müssen sich allerdings auch auf hohe Berufshaftpflichten einstellen, die Gebühren steigen kontinuierlich pro Jahr um 15 Prozent.

Hebammenwissenschaft international via Internet studieren

Bisher gibt es nur einen einzigen Masterstudiengang für Hebammenwissenschaft in ganz Deutschland. Die medizinische Hochschule Hannover bildet seit 2009 Hebammen aus und kooperiert mit mehreren Universitäten im Ausland. Unter anderem auch mit England. Es handelt sich um ein Onlinestudium, bei dem sich die Studenten nur am Anfang des Studiums kennen lernen, um dann nur noch via Internet zu kommunizieren. Das hat einige Vorteile: Studierende aus ganz Europa ersparen sich lange Anfahrten und sind trotzdem vernetzt. Der Abschluss nennt sich „European Master of Science in Midwifery“ und berechtigt die Absolventen für die Hebammenforschung und Leitungsfunktionen. Im Bachelorstudiengang geht es darum, Forschungen kritisch zu bewerten. Im Masterstudium werden dann Fragestellungen vertieft. Das Berufsprofil wird immer komplexer, da es immer mehr Spätgebärende gibt oder Schwangere, mit chronischen Erkrankungen.

Das Hebammen- Studium ist in den meisten EU- Ländern längst Standard

Geburtshelferinnen müssen zukünftig nicht mehr eine Hebammenschule besuchen, sondern können studieren. In einigen Bundesländern sind sogar Bachelor-Studiengänge der Hebammenkunde zugelassen. In 24 von 27 EU-Ländern werden Hebammen ausschließlich an Hochschulen ausgebildet, sodass diese Entwicklung in Deutschland vor allem vom Deutschen Hebammenverband erwartet wird. Hebammen haben eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, da sie im Zweifelsfall darüber entscheiden, ob ein Kind gesund zur Welt kommt. Eine gute Ausbildung ist daher unabdingbar. Außerdem müssen sie sich mit neuen Techniken in Krankenhäusern auskennen.

Hohe Versicherungskosten für Selbstständige

Das Problem: Die Berufshaftpflicht wird für selbstständige Hebammen immer teurer, denn Fehler bei Geburten sind kostspielig. Allein in diesem Jahr wird eine Erhöhung von 3700 Euro auf 4200 Euro erwartet. Schuld sind vor allem die Pflegekosten, nicht die Fehler der Hebammen. Viele Hebammen weichen daher von der Geburtsbegleitung auf Vorbereitungskurse aus, um die hohen Gebühren für die Haftplicht zu umgehen.

Es gibt dennoch keinen Mangel an Bewerberinnen. Für viele Frauen ist der Beruf als Hebamme ein Traumberuf. Männliche Entbindungspfleger sind trotzdem rar, im Hebammenverband sind nur drei Männer und 18000 Frauen.


Inhaber des Artikelbildes: Michaela Rofeld – Fotolia

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