Berlin ist ein bunte und in Teilen sicher auch extreme Stadt, die sich für Taxifahrer, vor allem, wenn sie nachts fahren, als ein Kaleidoskop von faszinierenden Existenzen darstellt.


Wer in Berlin als Taxifahrer wie ich arbeitet, entscheidet sich meistens entweder für die Tagesschicht oder zieht es vor, nachts zu fahren. Letzteres hat mit einem gewissen Abenteuerdrang zu tun; nachts passiert mehr, sind die Menschen ansprechbarer aber auch aggressiver. Dennoch arbeiten auch genug Frauen in der Nachtschicht, weil sie spannender ist, und man besser voran kommt.

Taxifahrer: Unterschiede zwischen Ost- und Westfahrern

Eine weitere Unterscheidung kann man vornehmen, indem man Fahrer aus dem Ostteil denen aus dem Westteil gegenüber stellt. Das ist oft noch so, als seien es 2 „Berlins“, und obwohl theoretisch jeder Fahrer beide Teile kennt, fühlt sich fast jeder in „seinem“ Teil wohler und mehr zuhause. Für uns Fahrer stellt sich zudem noch die Frage, ob wir lieber in bürgerlichen Gegenden fahren oder die bunten Ecken, wie Kreuzberg oder Mitte, vorziehen. Ich persönlich mag die bunten Ecken lieber, denn die Leute, die hier fahren, sind aufgeschlossen, wollen etwas erleben – und zahlen oft sehr gute Trinkgelder.

Aber gut, in Mitte ballen sich die Kollegen, so weiche ich oft auf Viertel aus, in denen weniger los ist. Dies ist der Südwesten, die sogenannten reichen Viertel, wie Dahlem oder Zehlendorf. Das, was tagsüber dort unter Verschluss gehalten wird, die Launen aber auch Leidenschaften, kommt nachts nach Alkoholgenuss erst so richtig heraus.

Durch die Nacht in Berliner Taxis

Mancher Chef nimmt dann auch noch die Assistentin mit zu sich in die Villa, und um der zu imponieren, wird oft ordentlich Trinkgeld gegeben. Nur zu, das soll mir nur recht sein, denn angenehm finde ich diese Geschichten nicht, die erzählt werden, um der Dame wirklich zu zeigen, wen sie da Tolles vor sich hat. Aber so sind sie!

Foto: Thinkstock, 159019174, iStockphoto, ivanikova, Getty Images

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