Markranstädt – Egal, ob er ein neues Badezimmer oder eine Heizungsanlage eingebaut hat: «Das Schönste ist, wenn man die Leute glücklich macht», sagt Paul-Florian Schärschmidt.

Im Sommer hat er im elterlichen Betrieb, der
KSM Schärschmidt im sächsischen Markranstädt, seine Ausbildung zum
Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik abgeschlossen.

Die vier Einsatzgebiete für Anlagenmechaniker SHK, so die Kurzform, sind Sanitär-, Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik sowie erneuerbare Energien und Umwelttechnik. Die Mechaniker fertigen, verlegen und reparieren etwa Gas- und Wasserleitungen und kümmern sich um lüftungstechnische Anlagen. Sie planen Badeeinrichtungen wie Toiletten und Waschbecken und bauen diese ein. Häufig werden sie umgangssprachlich als Klempner bezeichnet, obwohl diese eigentlich Blechbauteile etwa für Hausdächer herstellen.

Die Herausforderung für angehende Anlagenmechaniker SHK sei die Breite des gefragten Fachwissens, erklärt Werner Kienz, Berufsschullehrer an der Max-Taut-Schule in Berlin. Während der dreieinhalb Ausbildungsjahre gehen die Klassen dort den Stoff am Beispiel eines Zweifamilienhauses durch. «Das zieht sich als roter Faden durch», erklärt Kienz.

Mit der 2016 in Kraft getretenen Ausbildungsordnung ist die nachhaltige Energie-und Ressourcennutzung stärker in den Fokus gerückt. «Es ist auch ein umwelttechnischer Beruf. Es geht darum, Energie zu sparen», erklärt Kienz. Mitbringen sollten Auszubildende technische Affinität und grundlegendes mathematisches Verständnis. Alles andere könne man lernen, betont der Lehrer.

Paul-Florian Schärschmidt machen vor allem Aufträge für Einfamilienhäuser Spaß. «Ich bin nicht so für große Baustellen», erklärt er. Ihn interessieren zum Beispiel aktuelle Entwicklungen im Smart-Home-Bereich, wie die intelligente Vernetzung zwischen Haus und Heizungssystemen. Digitalisierung spielt für das Handwerk seiner Meinung nach eine immer größere Rolle.

Auf dem Arbeitsmarkt werden Anlagenmechaniker dringend gesucht. «Gerade in Berlin herrscht ein akuter Fachkräftemangel», sagt Werner Kienz. Um die Berufsausbildung attraktiver zu gestalten, hat das Land Berlin zum Schuljahresanfang 2018 einen Modellversuch gestartet: Angehende Anlagenmechaniker können, parallel zu der auf vier Jahre verlängerten Berufsausbildung, das Abitur ablegen.

Für die jungen Leute sei es ein Anreiz, bereits Geld zu verdienen, während sie auf Schul- und Ausbildungsabschluss hinarbeiten, erklärt Kienz. Die Bundesagentur für Arbeit gibt als Orientierungswerte für tarifgebundene Betriebe eine monatliche Vergütung von 400 bis 778 Euro im ersten Lehrjahr an. Im vierten Jahr können Anlagenmechaniker zwischen 578 und 984 Euro verdienen.

Ein Hoffnungsschimmer auf dem Arbeitsmarkt sei, dass viele junge Migranten eine Ausbildung als Anlagenmechaniker absolvieren, sagt Frank Ebisch vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. «Hier ist das Handwerk wirklich eine wesentliche Instanz für eine gelungene Integration.»

Die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt bezeichnet Ebisch als gut. Denn Themen wie die Energiewende und der Bau altersgerechter Bäder bleiben auch in Zukunft wichtig. «Die Arbeit wird uns so schnell nicht ausgehen», betont Ebisch.

Fotocredits: Alexander Prautzsch,Alexander Prautzsch,Alexander Prautzsch,Alexander Prautzsch,Alexander Prautzsch,Alexander Prautzsch,Alexander Prautzsch
(dpa/tmn)

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