Das Studium ist eine spannende Zeit: Man lernt – oftmals auch abseits des Hörsaals – einen Haufen wichtiger Dinge, bekommt Einblicke in verschiedene Fachrichtungen und kann sich auch mal ein Urlaubssemester nehmen, um zum Beispiel eine tolle Reise zu machen. Und danach? Wenn der Abschluss als Bachelor oder Master erst einmal in der Tasche steckt, stehen viele Absolventen vor dem Ernst des Lebens und wissen nicht wohin mit sich. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Welche Regionen bieten die besten Möglichkeiten für Berufseinsteiger? Und eignet sich ein erfolgreicher Großkonzern immer besser als ein aufstrebendes Start-up?

Die Antwort lautet: Es kommt darauf an. Für Jungakademiker entscheidet sich die Wahl des Standorts für den ersten richtigen Job nach verschiedenen Faktoren. Persönliche Entwicklungsmöglichkeiten, Verantwortung und nicht zuletzt das Gehalt geben oft den entscheidenden Ausschlag. Doch heute hat für viele Hochschulabsolventen auch die oft angeführte Work-Life-Balance einen hohen Stellenwert. Für sie zählt weniger das satte Plus auf dem Konto als vielmehr die Freiheit, sich auch fernab des Bürostuhls zu verwirklichen und im Leben etwas zu erreichen.

Große Konzerne

Für diejenigen, die mit dem ersten Job vor allem ihre Karriere ankurbeln und sich damit auch den ein oder anderen Bonus dazuverdienen wollen, bieten sich große Unternehmen an, die aus der deutschen oder internationalen Wirtschaft nicht mehr wegzudenken sind. Börsennotierte Konzerne aus Industrie, Pharmazie oder Automobilbranche locken vor allem mit sicheren Arbeitsplätzen, hohen Gehältern und verantwortungsvollen Aufgaben. Solche Konzerne finden sich vor allem im Süden Deutschlands. Stuttgart und München als Metropolen der Automobilkonzerne Daimler und BMW liegen im Ranking der besten Regionen für akademische Berufseinsteiger ganz weit vorn. Aber auch Leverkusen ist dank Bayer gut dabei. Frankfurt am Main, die Stadt, in dem der Finanzsektor zu Hause ist, kann sich in Sachen Einstiegsgehälter ebenfalls sehen lassen. Gesetzte Unternehmen sind aber auch für steile Hierarchien bekannt, in denen sich Entscheidungsprozesse häufig gähnend als lang erweisen und sich keiner so richtig für den hochmotivierten Neuankömmling aus der Uni verantwortlich fühlen will. Vergangene Fälle von zahllosen Mitarbeiterentlassungen bei großen Konzernen stellen die viel beschworene Sicherheit ebenfalls auf eine harte Probe.

Mittelständische Unternehmen

Wer davon abgeschreckt ist, findet als Absolvent in mittelständischen Unternehmen sicherlich einen besseren Platz. Solche Firmen sind weniger an bekannten Industriestandorten als vielmehr in ländlicheren Regionen zu finden. In Niedersachsen hat sich das Unternehmen Schwarz Cranz einen Namen gemacht. Seitdem die Urururenkelin des einstigen Gründers des Familienunternehmens, Kristin Schwarz 2011 die Leitung übernahm, hat sich der Wurstwarenhersteller zu einem der 20 größten Fleischfabrikanten in Deutschland entwickelt. Wenige hundert Mitarbeiter an einem Standort wie bei Schwarz Cranz in Neu Wulmstorf bei Hamburg ermöglichen eine flexiblere Unternehmensführung und individuellere Mitarbeiterförderung, als ein international tätiger Konzern wie Daimler mit rund einer Viertelmillion Mitarbeitern.

Start-ups

Wer es noch flexibler mag und seine eigene Persönlichkeit noch mehr einbringen möchte, sollte es im Dienstleistungssektor versuchen. Das Agenturwesen, wie man es vor allem in Berlin, Hamburg, Köln und Düsseldorf vorfindet, ist zwar nicht für riesige Gehaltschecks bekannt, dafür bietet ein junger Start-up-Kontext aber oft ein kreatives und lockeres Arbeitsumfeld mit flachen Hierarchien und kurzen Entscheidungswegen.

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Hochschulabsolventen haben es wahrlich nicht leicht. Den richtigen Beruf zu finden ist die eine Schwierigkeit, seine eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten nach den eigenen Bedürfnissen im Job einzubringen die andere. Verschiedene deutsche Standorte bieten unterschiedliche Möglichkeiten für Jungakademiker. Um im und mit dem Beruf glücklich zu werden, fällt die Wahl je nach Anspruch auf Konzern, mittelständisches Unternehmen oder Start-up beziehungsweise harte Rangordnung, angenehme Betriebsamkeit oder kreativer Ausgleich.

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