Habt ihr euer Studium mit guten Vorsätzen euphorisch begonnen und ließ diese Motivation schon im zweiten Semester nach? Die Lösung könnten Workshops sein, in denen euch diese wieder vermittelt wird. Ich hörte von Michaela Brohm, einer Professorin für Bildungswissenschaften an der Universität Trier, die einen solchen Workshop leitet. Hier sollen Techniken erlernt werden, mit denen ihr euch selbst so steuert, dass die eigene Dynamik wächst. Mit zentralen Bewusstseinsübungen beispielsweise soll das gelingen. Ist das die Rettung aus dem Motivationstief?

Ziele in kleine Etappen zerlegen

Der fehlende persönliche Kontakt zwischen Studierenden und Lehrenden lässt das Interesse an einem Wissensgebiet schrumpfen. Ein Tipp zur Steigerung der Motivation ist es, aufzuschreiben, was euch in letzter Zeit gut gelungen ist. So macht ihr euch das Glückgefühl bewusst, das ihr hattet und motiviert euch automatisch, dieses erneut aufkommen zu lassen. Doch vor allem der Glaube an die Selbstwirksamkeit ist wichtig. Misserfolge müsst ihr euch selbst zuschreiben können – denn gesteht ihr euch eine schlechte Note ein, weil ihr zu spät mit dem Lernen angefangen habt, seid ihr beim nächsten Mal bemühter als derjenige, der äußere Umstände dafür verantwortlich macht. Teil dieses Workshops ist es außerdem, einen Lebensplan aufzustellen. Dabei wird ein idealer Tag in zehn Jahren skizziert, außerdem sollt ihr euch bewusst machen, was ihr in eurem Leben auf jeden Fall tun wollt und bereuen würdet, wenn ihr es nicht schafft. Diese großen Ziele werden schließlich in kleinere Etappen zerlegt, bis Tagesziele übrig bleiben.

Die Qual der Studienwahl

Das Angebot der Teilnahme an solch einem Workshop kommt gut an. Als Teilnehmer macht ihr euch nicht nur Gedanken darüber, wie ihr euren Zielen ein Stück näher kommt, ihr motiviert euch auch selbst. Motivationskurse und Seminare gibt es bisher leider erst an wenigen Hochschulen. Für viele Studenten ist das „Aufschieben“ das größte Problem, meint der Psychologieprofessor Stefan Fries aus Bielefeld. So gibt es seiner Meinung nach eine große Gruppe von Studenten, die Probleme haben, sich selbst zu motivieren, weil sie nicht sicher sind, ob sie sich für das richtige Studium entschieden haben. Lasst euch daher zuvor in den Anlaufstellen der Universitäten beraten. Hier könnt ihr eure Stärken und Schwächen, Vorlieben und Fachinteressen mit dem Berater durchgehen, der euch sicher besser helfen kann als Beschreibungen des Studiengangs im Internet. Traut euch also zu einem persönlichen Gespräch und ihr geht späteren Motivationsproblemen aus dem Weg!


Bildquelle: Peter Atkins – Fotolia

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