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Großküche statt Restaurant: Die Kochausbildung im Catering

Wer Koch werden will, muss nicht zwangsläufig in einer Restaurantküche lernen. Die Ausbildung bei einem Cateringbetrieb bietet planbarere Abläufe, große Mengen und viel Abwechslung, und sie verlangt mehr als nur Kochen.

Großküche eines Caterers, ein junger Koch-Azubi rührt seitlich gesehen in einem großen Topf

Beim Stichwort Kochausbildung denken viele an späte Schichten, volle Bons und einen strengen Küchenchef. Dieses Bild schreckt manche ab, bevor sie sich überhaupt genauer informiert haben. Dabei gibt es Ausbildungsbetriebe, in denen der Alltag ganz anders aussieht. Ein Beispiel sind Cateringunternehmen. Dort wird für Schulen, Kantinen, Firmenfeiern oder Großveranstaltungen gekocht, oft zu festen Tageszeiten und mit langer Vorausplanung. Wenn Sie gern mit Lebensmitteln arbeiten, aber nicht unbedingt jeden Abend und jedes Wochenende in einer Restaurantküche stehen möchten, lohnt sich ein Blick auf diesen Weg.

Gleicher Beruf, anderer Arbeitsort

Formal unterscheidet sich die Kochausbildung im Catering nicht von der in Hotel oder Gastronomie. Es handelt sich um eine duale Ausbildung: Sie lernen im Betrieb und besuchen parallel die Berufsschule. Die reguläre Dauer liegt bei drei Jahren, unter bestimmten Voraussetzungen kann sie verkürzt werden. Am Ende steht dieselbe Abschlussprüfung, und Sie dürfen sich mit dem gleichen Berufsabschluss bewerben wie Absolventinnen und Absolventen aus der Sterneküche oder dem Landgasthof.

Auch die Inhalte sind dieselben. Sie lernen Grundtechniken wie Schneiden, Garen, Braten und Binden, den Umgang mit Fleisch, Fisch und Gemüse, das Herstellen von Saucen, Teigen und Desserts sowie Warenkunde, Hygiene und Kalkulation. Der Unterschied liegt vor allem darin, in welchem Rahmen Sie diese Fähigkeiten anwenden.

Wie der Alltag im Catering aussieht

Ein Caterer arbeitet in der Regel auf Bestellung. Menüs, Mengen und Liefertermine stehen meist vorher fest. Das macht den Tagesablauf deutlich besser planbar als in einem Restaurant, in dem niemand genau weiß, wie viele Gäste am Abend kommen. Viele Betriebe, die Gemeinschaftsverpflegung anbieten, arbeiten vor allem tagsüber, weil Mittagessen für Kitas, Schulen oder Betriebe im Mittelpunkt stehen.

Je nach Auftragslage kommen aber auch Abend- und Wochenendeinsätze hinzu, etwa bei Hochzeiten, Galas, Messen oder Firmenjubiläen. Wie hoch dieser Anteil ist, hängt stark vom Betrieb ab. Fragen Sie im Vorstellungsgespräch ruhig gezielt nach.

Typische Aufgaben im Überblick

  • Vorbereiten großer Mengen an Zutaten nach festen Rezepturen
  • Kochen von Speisen für verschiedene Zielgruppen, etwa Kinder, Berufstätige oder Festgäste
  • Berücksichtigen von Allergenen, Unverträglichkeiten und Ernährungsformen
  • Portionieren, Verpacken und sicheres Transportieren der Speisen
  • Anrichten von Buffets und Platten vor Ort
  • Auf- und Abbau bei Veranstaltungen sowie Reinigung von Geräten

Was das Catering besonders macht

Die auffälligste Besonderheit sind die Mengen. Wer für mehrere hundert Personen kocht, arbeitet mit anderen Geräten, etwa Kippbratpfannen, Kombidämpfern oder großen Kochkesseln. Schnelligkeit, Sorgfalt und gute Absprachen im Team sind hier unverzichtbar, denn eine Großbestellung schafft niemand allein.

Hinzu kommt die Logistik. Speisen müssen so zubereitet werden, dass sie den Transport gut überstehen, die richtige Temperatur halten und beim Kunden appetitlich aussehen. Dabei spielen Hygienevorschriften eine große Rolle. Sie lernen also früh, wie Kühlketten funktionieren und warum Dokumentation in der Küche wichtig ist.

Außerdem endet die Arbeit nicht am Herd. Bei Veranstaltungen gehören Präsentation, Gästekontakt und das Abräumen dazu. Wer gern unterwegs ist und Abwechslung schätzt, findet hier ein breites Betätigungsfeld, denn jede Saison und jeder Kunde bringt neue Anforderungen mit.

Restaurant oder Catering: ein Vergleich

AspektRestaurantkücheCatering
Arbeitszeitenhäufig abends und am Wochenendeoft tagsüber, Veranstaltungen auch abends
Planbarkeitabhängig von Gästezahlmeist feste Bestellungen
Mengeneinzelne Teller à la cartegroße Portionen und Buffets
TätigkeitenFokus auf Zubereitung und Anrichtenzusätzlich Transport, Aufbau, Service

Voraussetzungen und Bewerbung

Ein bestimmter Schulabschluss ist für die Kochausbildung nicht vorgeschrieben. Weil viele Betriebe dringend Nachwuchs suchen, haben auch Bewerberinnen und Bewerber mit Hauptschulabschluss oder ohne geradlinigen Lebenslauf gute Chancen. Quereinsteiger, die erst später in den Beruf finden, sind ebenfalls willkommen.

Wichtiger als Noten sind meist persönliche Eigenschaften:

  • Freude am Umgang mit Lebensmitteln
  • körperliche Belastbarkeit, da viel gestanden und getragen wird
  • Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit
  • Sorgfalt im Umgang mit Hygieneregeln
  • Organisationstalent, gerade bei großen Aufträgen

Ein Praktikum ist der beste Weg, um herauszufinden, ob Ihnen die Arbeit liegt. Viele Caterer bieten Probetage an. So sehen Sie den Betrieb von innen und können gleichzeitig einen guten Eindruck hinterlassen.

Perspektiven nach der Ausbildung

Köchinnen und Köche werden in vielen Regionen gesucht. Das eröffnet nach dem Abschluss zahlreiche Möglichkeiten: Sie können im Catering bleiben, in Hotel und Restaurant wechseln oder in Krankenhäusern, Betriebskantinen und auf Schiffen arbeiten. Wer sich weiterbilden möchte, kann etwa den Küchenmeister anstreben, sich auf Diätetik spezialisieren oder in Richtung Betriebsleitung gehen. Auch die Selbstständigkeit mit eigenem Lokal oder eigenem Cateringservice ist ein Ziel, das viele verfolgen. Erfahrung in Großküche und Eventplanung ist dafür eine solide Grundlage.

Häufige Fragen

Ist der Abschluss im Catering weniger wert als im Restaurant?

Nein. Die Ausbildung endet mit derselben Abschlussprüfung, der Berufsabschluss ist identisch und wird überall anerkannt.

Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung?

Das hängt von Region, Betrieb und einer möglichen Tarifbindung ab. Aktuelle Richtwerte finden Sie bei der Agentur für Arbeit, der zuständigen Kammer oder direkt im Gespräch mit dem Betrieb.

Muss ich im Catering auch am Wochenende arbeiten?

Das ist möglich, besonders bei Veranstaltungscaterern. Betriebe mit Schwerpunkt Gemeinschaftsverpflegung arbeiten dagegen überwiegend werktags. Klären Sie das am besten vor Vertragsabschluss.

Kann ich später noch in ein Restaurant wechseln?

Ja. Die Grundlagen sind dieselben, und Ihre Erfahrung mit großen Mengen und strukturierten Abläufen wird in vielen Küchen geschätzt.