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Interne Bewerbung: So gelingt der nächste Schritt im eigenen Unternehmen

Der Aufstieg muss nicht über einen Arbeitgeberwechsel führen. Wie Sie eine interne Bewerbung klug vorbereiten, Ihre Führungskraft einbinden und mit überzeugenden Unterlagen punkten.

Bürofl­ur mit Glaswänden, eine Person geht von hinten in Richtung einer anderen Abteilung

Wenn die aktuelle Aufgabe keine neuen Impulse mehr bietet, denken viele Beschäftigte zuerst an Kündigung und Neuanfang. Dabei liegt die passende Chance manchmal nur ein paar Büros oder Abteilungen entfernt. Eine interne Bewerbung verbindet Veränderung mit Vertrautem: Sie bleiben im bekannten Umfeld, behalten Ihr Netzwerk und können trotzdem Neues lernen. Damit der Wechsel klappt, braucht es allerdings ebenso viel Sorgfalt wie bei einer Bewerbung bei einem fremden Arbeitgeber, an manchen Stellen sogar mehr.

Warum sich der Blick nach innen lohnt

Bevor Sie sich auf den externen Arbeitsmarkt begeben, lohnt eine ehrliche Bestandsaufnahme. Stimmt vieles an Ihrem jetzigen Arbeitgeber, etwa Unternehmenskultur, Standort oder Branche, und fehlt Ihnen nur die passende Rolle? Dann spricht einiges für einen internen Wechsel.

  • Sie sind keine Unbekannte bzw. kein Unbekannter: Ihre Arbeitsweise und Ihre Ergebnisse sind sichtbar. Das kann ein großer Vertrauensvorschuss sein.
  • Kurze Einarbeitung: Prozesse, Systeme und Ansprechpartner kennen Sie bereits. Sie können sich schneller auf die neuen Inhalte konzentrieren.
  • Geringeres Risiko: Sie wissen, worauf Sie sich einlassen, und laufen weniger Gefahr, von einem neuen Umfeld enttäuscht zu werden.
  • Interesse des Arbeitgebers: Viele Unternehmen halten gute Leute lieber im Haus, als sie an die Konkurrenz zu verlieren, und fördern interne Laufbahnen gezielt.

Bedenken Sie aber auch: Ihr Ruf eilt Ihnen voraus, im Guten wie im Schlechten. Wer intern antritt, wird an seiner bisherigen Leistung gemessen.

Offene Stellen aufspüren

Nicht jede Position wird an prominenter Stelle ausgeschrieben. Nutzen Sie deshalb mehrere Wege, um interessante Möglichkeiten zu entdecken:

  • Interne Jobbörse oder Intranet: Größere Unternehmen veröffentlichen offene Stellen häufig zuerst für die eigene Belegschaft.
  • Externe Stellenanzeigen des eigenen Arbeitgebers: Ein Blick auf die Karriereseite zeigt, welche Profile gerade gesucht werden.
  • Gespräche im Haus: Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bereichen wissen oft früh, wo sich Teams vergrößern oder Aufgaben neu verteilt werden.
  • Personal- und Entwicklungsgespräche: Hier können Sie Ihre Wünsche offen ansprechen und erfahren, welche Entwicklungspfade realistisch sind.

Pflegen Sie Ihre Kontakte über Abteilungsgrenzen hinweg, auch wenn gerade kein Wechsel ansteht. Ein gewachsenes Netzwerk ist bei internen Bewerbungen eines der wertvollsten Pfunde, die Sie haben.

Spielregeln kennen und einhalten

Die meisten Unternehmen haben feste Abläufe für interne Wechsel. Manchmal regelt eine Betriebsvereinbarung, wann und wie Vorgesetzte informiert werden müssen, ob es Mindestverweildauern in einer Position gibt oder welche Rolle der Betriebsrat spielt. Erkundigen Sie sich vorab bei der Personalabteilung oder im Intranet, welche Regeln bei Ihnen gelten. Wer diese Schritte überspringt, riskiert, dass eine eigentlich aussichtsreiche Bewerbung an Formalien scheitert oder unnötig für Verstimmung sorgt.

Die heikle Frage: Wann sage ich es meiner Führungskraft?

Für viele ist das Gespräch mit dem eigenen Vorgesetzten die größte Hürde. Schließlich teilen Sie mit, dass Sie das Team möglicherweise verlassen wollen. Einige Hinweise helfen, diese Situation professionell zu meistern:

  1. Früh und persönlich: Ihre Führungskraft sollte von Ihren Plänen von Ihnen erfahren, nicht über Umwege.
  2. Wertschätzend formulieren: Betonen Sie, was Sie in der aktuellen Rolle gelernt haben, und erklären Sie, wohin Sie sich entwickeln möchten.
  3. Übergabe anbieten: Zeigen Sie, dass Ihnen ein geordneter Übergang wichtig ist. Das nimmt Sorgen um Lücken im Team.
  4. Hierarchie respektieren: Auch wenn Ihre Führungskraft zurückhaltend reagiert, sollten Sie sie nicht übergehen. Suchen Sie im Zweifel gemeinsam mit der Personalabteilung nach einer Lösung.

Gute Führungskräfte wissen, dass Entwicklung zum Arbeitsleben gehört, und unterstützen Sie womöglich sogar mit einer Empfehlung.

Diskretion wahren

Gerüchte verbreiten sich in Unternehmen schnell. Behalten Sie Ihre Bewerbung deshalb für sich, bis die Entscheidung gefallen ist. Erzählen Sie nur denjenigen davon, die es wirklich wissen müssen. So vermeiden Sie Unruhe im aktuellen Team und unangenehme Situationen, falls es mit der neuen Stelle nicht klappt. Denn auch dann arbeiten Sie weiterhin mit denselben Menschen zusammen.

Unterlagen und Gespräch: kein Selbstläufer

Ein häufiger Fehler besteht darin, die interne Bewerbung als Formsache zu betrachten. Auch wenn man Sie kennt, sollten Ihre Unterlagen vollständig und sorgfältig sein:

  • Aktueller Lebenslauf mit klar erkennbaren Erfolgen und Kompetenzen, insbesondere aus Ihrer jetzigen Position
  • Anschreiben, das konkret auf die neue Aufgabe eingeht
  • Relevante Nachweise wie Zeugnisse, Weiterbildungszertifikate oder ein Zwischenzeugnis

Im Gespräch und im Anschreiben gilt: Begründen Sie Ihren Wunsch mit dem, was Sie erreichen wollen, nicht mit dem, was Sie stört. Sätze, die vor allem Frust über die bisherige Stelle ausdrücken, wirken wenig überzeugend. Zeigen Sie stattdessen, welche Fähigkeiten Sie mitbringen, wie Sie der neuen Abteilung nützen und welche Ziele Sie verfolgen. Bereiten Sie sich außerdem auf Fragen vor, die nur intern gestellt werden, etwa wie Sie mit Ihrem bisherigen Team umgehen oder wie Sie die Übergabe gestalten wollen.

Häufige Fragen

Muss ich meine Führungskraft vor der Bewerbung informieren?

Das hängt von den Regeln in Ihrem Unternehmen ab. In vielen Fällen ist es fair und klug, sie vor dem ersten offiziellen Schritt einzuweihen. Klären Sie das Verfahren am besten vorab mit der Personalabteilung.

Was passiert, wenn die interne Bewerbung nicht erfolgreich ist?

Sie bleiben in Ihrer bisherigen Position. Bitten Sie um eine Rückmeldung, woran es lag. Diese Hinweise helfen Ihnen bei der nächsten Gelegenheit, und Ihr Interesse an Entwicklung bleibt positiv in Erinnerung.

Brauche ich bei einer internen Bewerbung ein Anschreiben?

In der Regel ja, sofern das Unternehmen nichts anderes vorgibt. Ein kurzes, auf die Stelle zugeschnittenes Schreiben zeigt, dass Sie die Bewerbung ernst nehmen.

Kann ich mich gleichzeitig intern und extern bewerben?

Grundsätzlich ist das möglich. Achten Sie aber auf Diskretion und überlegen Sie gut, welche Option Sie wirklich bevorzugen, damit Sie im Gespräch glaubwürdig auftreten.