Wer die Zeit bis zum Beginn seiner Ausbildung oder des Studiums sinnvoll nutzen oder sich generell orientieren möchte, ist mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) sehr gut beraten. In Deutschland kann das FSJ in karitativen oder dem Gemeinwohl dienenden Einrichtungen abgeleistet werden.

Die Vergütung

Möglichkeiten zur Ableistung eines Freiwilligen Sozialen Jahres gibt es in der Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheits- und Altenpflege, aber auch in den Bereichen Sport und Kultur. Damit ein FSJ absolviert werden kann, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein: Das Alter des Interessenten darf höchstens 27 Jahre betragen und er muss die Vollzeitschulpflicht ordnungsgemäß erfüllt haben. Die Dauer des freiwilligen Dienstes beträgt, bis auf wenige Ausnahmen, zwölf Monate. Neben dem Kindergeld, das während der Zeit weiter gezahlt wird, gibt es 150 Euro Taschengeld. Außerdem besteht Anspruch auf unentgeltliche Unterkunft und angemessene Verpflegung.

Die verschiedenen Aufgabengebiete

Im sozialen Bereich ist das DRK der wahrscheinlich größte Anbieter offener Stellen zur Ableistung eines FSJ. Die jungen Leute werden zur Betreuung behinderter Menschen eingesetzt, leisten Fahrdienste, arbeiten in gemeinnützigen Werkstätten und Einrichtungen der Drogen- oder Obdachlosenhilfe. Wer gern mit Kindern arbeiten möchte, sollte sich vielleicht in einem SOS Kinderdorf bewerben. Unter fachlicher Anleitung der erfahrenen Mitarbeiter, kann man hier viel über den richtigen Umgang mit den Jüngsten unserer Gesellschaft lernen und erste erzieherische Erfahrungen sammeln. Ob beim Kochen, Spielen, Hausaufgaben betreuen, bei der Gartenarbeit oder anderen Tätigkeiten, die Arbeit mit den Kindern ist abwechslungsreich und spannend. Auch Tierheime bieten häufig Stellen für Absolventen des FSJ an. Wer Tiere liebt und sich in diesem Tätigkeitsfeld ausprobieren möchte, ist genau richtig. Ganz egal in welchem Aufgabengebiet sich die Jugendlichen bewegen, sie werden lernen, ihre persönlichen Fähigkeiten besser einzuschätzen und zu bewerten. Der zukünftige berufliche Weg wird meist viel klarer und Ausbildungsziele konkreter.

Voraussetzungen

Neben den Einsätzen in den genannten Einrichtungen in Deutschland können die Freiwilligendienste auch inner- und außerhalb Europas abgeleistet werden. Hierbei können die Jugendlichen viel Auslandserfahrung sammeln, was später dem Beruf oder Studium zu Gute kommt. Fern der Heimat entwickelt sich die Persönlichkeit ganz automatisch weiter und der Blick auf die Welt wird ausgedehnt. Voraussetzung einen Auslandseinsatz ist die Volljährigkeit. Für die freien Plätze außerhalb Deutschlands gibt es meist sehr viele Bewerber. Aus diesem Grund ist das rechtzeitige Bewerben von Vorteil. Anlaufstellen für die Vermittlung ins Ausland sind beispielsweise die Arbeiterwohlfahrt, Kirchenverbände Deutschlands, das DRK und der Internationale Bund. Bevor es wirklich losgeht, sind ein intensiver Sprachkurs und ein fünfwöchiges Vorpraktikum zu absolvieren. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass es sich auch wirklich um ein gesetzlich geregeltes FSJ handelt, auf das man sich einlässt. Viele Organisationen bieten nämlich ähnliche Dienste an, die jedoch nicht gesetzlich geregelt sind und bei denen es schnell zu Problemen kommt. Im Ausland gibt es, genau wie in Deutschland, vielfältige Möglichkeiten, den Dienst zu absolvieren. Die Hauptaufgabe besteht immer darin, Menschen in irgendeiner Form zu helfen. Das kann in Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, Kindertagesstätten, Krankenhäusern oder Einrichtungen für behinderte Menschen geschehen. Aber auch Schulen, Kirchen oder Sozialdienste bieten Stellen an. Neben der Überbrückung von Wartezeiten bis zur Aufnahme einer Ausbildung oder des Studiums haben Auslandseinsätze einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Der Jugendliche lernt selbstständig zu werden.

Bildquelle: Erwin Wodicka – fotolia

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