Die Wirtschafts- und Finanzkrise wirkt sich gerade für diejenigen am schlimmsten aus, die an der Entstehung keinen Anteil haben. Das merkt man auch an Zahlen zur Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa, die ein beängstigend hohes Niveau erreicht haben.

Arbeitslosigkeit innerhalb der EU

Ende 2012 waren 23 Prozent aller jungen Menschen unter 25 Jahren in den 27 EU Mitgliedsländern ohne Arbeit. In absoluten Zahlen sind das mehr als 5,7 Millionen junge Menschen ohne Perspektive. Betrachten man die so genannten „Krisenstaaten“, so fallen die Zahlen noch erheblich drastischer aus. In Spanien hat jeder zweite Jugendliche keinen Job. Deutschland steht da schon besser da. Mit etwa 8% liegt die Jugendarbeitslosigkeitsquote in Deutschland auf einem niedrigen Niveau. Ausbildungsbetriebe haben zum Teil Probleme, die angebotenen Ausbildungsstellen mit geeigneten jungen Menschen zu besetzen. Die EU steht mal wieder vor der Herausforderung, hier einen Ausgleich herzustellen. Nach der Meinung führender Politiker liegt ein Schlüssel für die Lösung der Situation in Nutzung der Freizügigkeit. Diese besagt, dass man innerhalb der EU seinen Wohnsitz und auch seinen Arbeitsplatz frei wählen kann. Wer zum Beispiel in Augsburg Ausbildung gemacht hat, kann seinen Arbeitsplatz demnach in der EU frei wählen.

Deutschland: Vorteile durch optimale Bildungssysteme

Die gute Situation Deutschlands wird zu einem großen Teil dem in Deutschland angewandten dualen Bildungssystem zugeschrieben. Also die Kombination von praktischer und theoretischer Ausbildung. Bildungsministerin Johanna Wanka nennt diese Komponente als eine der wesentlichen Stärken des deutschen Bildungssystems. Auch Außenminister Westerwelle ist dieser Meinung, und setzt sich auf einer Konferenz dafür ein, dass dieses System auch im Ausland erfolgreich angewandt werden könne. Das duale Bildungssystem könne sich durchaus zu einem Exportschlager entwickeln, so die einhellige Meinung. Das bestätigte auch der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung, Friedrich Esser. Deutschland arbeitet auf mehreren Ebenen mit Partnern im Ausland daran, dieser Entwicklung einen Schritt näher zu kommen, damit sich in den nächsten Jahren die Situation der Jugendlichen in Europa und auf der ganzen Welt erheblich verbessert.

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