Nach einer Studie der Universität Duisburg-Essen aus dem Jahr 2011 hat die Zufriedenheit der deutschen Arbeitnehmer in den letzten 25 Jahren stark abgenommen. Gaben auf einer Skala von 0 bis 10 im Jahr 1984 noch die Arbeitnehmer eine Zufriedenheit von 7,6 an, sank dieser Wert im Jahr 2009 auf 6,8. Im internationalen Vergleich rangiert Deutschland damit auf Rang 18. Aber was kann man als Arbeitnehmer oder auch Arbeitgeber gegen schlechtes Arbeitsklima tun?


Offenheit mit dem Thema

Ein schlechtes Arbeitsklima kostet ein Unternehmen viel Geld. Der Flurfunk beschäftigt sich mehr mit der eigenen Unzufriedenheit, Arbeit wird zäh oder überhaupt nicht erledigt. Unternehmen sollten daher regelmäßig Mitarbeiterbefragungen durchführen. Diese sollten aber nicht vom Management erarbeitet werden, vielmehr ist hier entsprechend professionelle Hilfe ins Haus zu holen. Denn hier steckt der Teufel im Detail! Gibt es die Mitarbeiterbefragung, dann sollten auch die Ergebnisse unbedingt offen kommuniziert werden – und zwar die guten wie die schlechten. Wichtig für die Mitarbeiter ist auch, dass mit der Befragung ein Veränderungsprozess in Gang gesetzt wird. Dieser sollte in regelmäßigen Abständen den Mitarbeitern gegenüber auch immer wieder aufgezeigt werden.

Nicht nur das Gehalt bestimmt das Klima

Wer glaubt, dass Mitarbeiter glücklicher werden, nur weil das Gehalt erhöht wurde, der irrt. Man unterscheidet in der Motivationslehre zwischen extrinsischen und intrinsischen Methoden. Extrinsische Belohnungsmechanismen sind bspw. Gehalt oder besondere Vergünstigungen. Diese nutzen aber schnell ab, da ein Gewöhnungsprozess sehr schnell in Gang gesetzt wird. Besser geeignet sind in daher intrinsische Belohnungssysteme. Und diese können ganz einfach sein. Mitarbeiter sollten durch ihre Vorgesetzten regelmäßig gelobt werden. Dabei sollte Lob nicht inflationär ausgesprochen werden, aber wer etwas gut oder zuverlässig umgesetzt hat, der soll auch gelobt werden. Unternehmen sollten auch darüber nachdenken, Mitarbeitern eine Jobveränderung anzubieten. Dies könnte im Rahmen eines Jobtauschs möglich gemacht werden. Denn häufig ist das Einarbeiten in eine neue Aufgabe für viele Mitarbeiter Grund genug sich zu motivieren.
Wer diese Möglichkeiten als Arbeitgeber anbietet und als Arbeitnehmer annimmt, der wird langfristig das Arbeitsklima im Unternehmen nachhaltig steigern. Zum Nutzen aller!

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