Die Schweiz erscheint dem deutschen Arbeiter wie das sprichwörtliche Paradies. Ein intaktes Sozialversicherungswesen, Legenden von Reichtümern in geheimen Banken, die Alpen und jede Menge Käsefondue.
Tatsächlich ist das Arbeiten in der Schweiz der hiesigen Arbeitssituation in vielen Fällen vorzuziehen - vorausgesetzt, man findet auch eine Arbeit. Jobs in Bern sind dabei gar nicht so schwer zu bekommen, wenn man die richtige Ausbildung hat.
Ich habe vor ein paar Monaten jemanden kennengelernt, der gerade seinen Umzug von einem Schweizer Chemiekonzern finanziert bekommt. Der hat aber auch ausreichende Qualifikationen und ein entsprechend gutes Medizinstudium vorlegen können und macht jetzt auf Projektleiter.
Für alle, die nicht soviel Glück/Fleiß/Strebsamkeit vorlegen können, empfiehlt sich zumindest, ein wenig über die Aufnahmemodalitäten ins Land unserer neutralen Nachbarn Bescheid zu wissen. Für Leute aus den 15 alten EU-Staaten (da ist auch Deutschland dabei, wie ihr ja wisst
) gelten folgende Aufnahmebedingungen. weiterlesen »
Die Ausbildung oder das Studium geschafft und nun geht es ans Bewerben. Wie sieht denn überhaupt die bestmögliche Qualifikation für einen Job aus? Sind die Ansprüche bei den vielsagenden Bewerbungsschreiben auf dem internationalen Markt mit dem in Deutschland vergleichbar? Fragen über Fragen.
Sicher gibt es Unterschiede auf dem weltweiten Bewerbermarkt. In einer deutschen Bewerbungsmappe muss vor allem ein aussagekräftiges Anschreiben inklusive Foto vorhanden sein, sowie ein lückenloser Lebenslauf. Hat man dann als strebsamer Student noch diverse Praktika absolviert und kann sonstige Referenzen vorweisen, dann kann die Bewerbungsmappe mal gut und gerne 15 Seiten umfassen. Schaut sich die angeschriebene Personalabteilung denn überhaupt alles an? Man bemüht sich als Bewerber alle nur erdenklichen Informationen dem potentiellen Arbeitgeber mitzuteilen, aber wahrscheinlich sieht sich das ohnehin kaum einer an. Selten wird man über das vorn aufliegende Anschreiben, Lebenslauf und dem Zeugnis hinauskommen. Macht es dann überhaupt Sinn alle erarbeiteten Zusatzqualifikationen hinzu zufügen?
Angeblich werden die Unterlagen teilweise sogar nach Beurteilung des Bewerbungsfotos voraussortiert. Na wenn das mal nicht nach einer wohlüberlegten Auswahl nach geleisteten Qualifikationen klingt.
Ist die Bewerbung auf dem internationalen Arbeitsmarkt vielleicht eine Alternative? Geht es erst einmal rein nach der Gestalt der Unterlagen, dann erweist sich vor allem der englischsprachige Markt als bessere Variante. Hier darf in erster Linie gar kein Foto vorhanden sein, sowie das Alter und auch Religion sollten als Angaben nicht in der englischen Bewerbung auftauchen. Man könnte sonst voreingenommen sein und vorschnelle Schlüsse auf den zukünftigen Arbeitnehmer zu schließen sein. Im Ganzen ist die englische Bewerbung wesentlich dünner als eine deutsche Mappe. Aus eigener Erfahrung weiß ich zu berichten, dass das Anschreiben (Cover Letter) und der Lebenslauf (CV) ausreichen, wenn man sich für einen Job z.B. in Amerika oder Australien bewerben will. Die Mühe lohnt sich auf jeden Fall.
Ob diese verkürzte Version der Vorstellung nun besser ist? Ich wage mal zu behaupten ja, denn man hat mehr potentielle Chancen einen Job zu bekommen. Vielleicht sollte man das auch in Deutschland einführen, denn hier kommt man meist noch nicht einmal zu einem Vorstellungsgespräch und muss sich eventuell mit mehreren Praktika über Wasser halten. Auf Dauer kann das aber keine Lösung sein, denn diese “Jobübungen” werden entweder gar nicht oder nur sehr unzureichend bezahlt, obwohl man meist die gleiche Arbeit leistet wie die voll bezahlten Kollegen.
Auslandserfahrungen sind heutzutage wichtig wie nie. Englisch ist schon lange nicht mehr nur Teil der Jugendkultur, sondern Standard als Zweitsprache geworden. Kinder werden immer früher in bilinguale Institutionen gesteckt um später anderen in nichts nachstehen zu müssen. Selbst schwer zu erlernende Weltsprachen wie Chinesisch sind schon bei den Kleinen auf dem Vormarsch.Weiter geht es in der Schule, in den meisten deutschen Bundesländern besteht die Möglichkeit für einen Schüleraustausch in den Jahrgangsstufen acht und elf. Statistiken zeigen, dass immer mehr Schüler diese Option auch in Anspruch nehmen. Kein Wunder ein solcher Schüleraustausch ist eine fast einmalige Gelegenheit im Leben tief in die Kultur eines fremden Landes eintauchen zu können und zu erkennen wie anders das Leben gelebt werden kann. So ist zumindest die offizielle Intention eines Schüleraustausches, tatsächlich aber wird so schon die erste Möglichkeit genutzt Sprachkenntnisse zu perfektionieren und einen Blick auf spätere Berufsoptionen zu bekommen, die mit dem Ausland zusammenhängen.An den Hochschulen, während des Studiums, sind Auslandssemester auch schon zur Regel geworden, die Zahl der Studenten, die ihr gesamtes Studium im Ausland absolvieren steigt ebenfalls rapide an. Auslandserfahrungen bringen eben nicht nur den persönlichen Fortschritt, sondern sind auch für die späteren Berufsperspektiven unabdingbar. Später, im Berufsleben, gibt es die Möglichkeiten der Weiterbildung im Ausland nicht mehr in diesem Maße, ein Grund mehr alle Optionen die in der Ausbildung geboten werden wahrzunehmen. Besonders in einigen Wirtschaftssparten (z.B Logistik) ist ausreichende berufspraktische Erfahrung im Ausland Vorraussetzung und nicht nur wünschenswerte Option für eine Einstellung. Insgesamt ist diese Entwicklung durchaus nicht negativ zu bewerten, denn bei allem wirtschaftlichen Vorteil, trägt sie zur Völkerverständigung bei und öffnet die Grenzen der eigenen Vorstellungen enorm.