Die Freiheit, sich den Tag selbst einteilen zu können und keinen Chef über sich zu haben, erscheint vielen Angestellten verlockend. Doch die berufliche Selbständigkeit hat auch ihre Schattenseiten und nicht jeder ist dazu geeignet, als Freiberufler zu arbeiten.

 (Selbst-)Ständig im Einsatz

Besonders in der Anfangszeit als Selbstständiger sind lange Arbeitszeiten oder Wochenendarbeit keine Seltenheit. Das setzt der freien Einteilung des Tagesablaufs oft enge Grenzen. Doch auch etablierte Freelancer haben oft Angst davor, Auftraggeber an Konkurrenten zu verlieren, wenn sie einen Auftrag nicht annehmen. Die Kundenakquise ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Freiberuflerdaseins und nicht jeder Freelancer hat das Glück, einen Kundenstamm zu besitzen, der ihn mit kontinuierlichen Auftragseingängen versorgt. Stressige Zeiten, in denen mehrere gleichzeitig zu bearbeitende Aufträge erledigt werden müssen, wechseln sich oft mit Leerlaufphasen ab, die sinnvoll genutzt werden sollten. Trotzdem müssen Festkosten gedeckt werden. Neben den Kosten zur eigenen Lebenshaltung kommen noch Beiträge für Krankenversicherung und oft auch zu Berufsgenossenschaften oder eine Berufshaftpflicht hinzu, denn viele Selbstständige sind für ihre Projekte haftbar.

Nicht jeder ist zur Arbeit als Freelancer geeignet

Freiberufler müssen dazu bereit sein, viel Verantwortung zu übernehmen. Um erfolgreich zu sein, brauchen sie daher viel Disziplin und Eigenverantwortlichkeit. Auch Durchhaltevermögen gehört dazu, denn oft dauert es mindestens zwei Jahre, bis Selbstständige sich beruflich etabliert haben. Entsprechende Qualifikation und ein hohes Maß an Professionalität sind Grundvoraussetzungen für den beruflichen Erfolg, doch auch der Umgang mit Kunden ist ausschlaggebend. Eine hohe Kundenorientierung ist notwendig, doch gerade bei schwierigen Kunden nicht immer einfach. Viele Selbstständige bilden auch Netzwerke oder Bürogemeinschaften, die nicht nur beim Erfahrungsaustausch helfen, sondern teilweise auch Kosten sparen oder zu neuen Aufträgen führen. Daneben wirkt sich diese Form der Zusammenarbeit auch positiv auf die Motivation aus.

Selbstständigkeit realistisch einschätzen

Wer den Schritt in das Freiberuflerdasein wagen will, sollte sich vorher gut informieren und überlegen, ob die eigenen Qualifikationen und die eigene Einstellung dazu passen. Denn wenn diese passt, kann gerade die Verantwortung des Freiberuflerdaseins eine befriedigende Erfahrung sein.

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