Eine gute Argumentation hat nicht nur mit Überzeugungskraft zu tun, sondern man muss sich mit dem Thema auch sehr gut auskennen, damit man selbst unter Stress die Oberhand behält. Wie man auf erfolgreiche Art und Weise Diskussionen gewinnt, lesen Sie hier.

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Wer im Beruf seine Interessen vertreten will, der muss gut argumentieren können, selbst wenn man sich selbst gut in einem Bewerbungsgespräch verkaufen will, kann es nie schaden, stichhaltige Argumente für die eigenen Qualifikationen hervor zu bringen. Wie man das macht und wie man vor allem inhaltliche/logische Fallen vermeidet, erläutere ich im Folgenden.

1. Was ist ein Argument?

Ein Argument ist der Versuch, jemanden von einer Sache zu überzeugen, dabei baut es sich durch eine Prämisse, gegebenenfalls durch Beweise gestärkt und eine Schlussfolgerung auf. Ein Argument muss nicht zwangsläufig richtig sein, aber ein gutes Argument sollte logisch aufgebaut sein, sich nicht selbst widersprechen und keine Phantomprämissen beinhalten, die eigentlich irrelevant oder sogar falsch sind.

2. Ohne Prämisse hält kein Argument stand

Die Prämisse, bzw. die Prämissen sind die Grundlagen jedes guten Arguments, sie sollen alles beweisen und sollten daher allgemein gültig, faktisch richtig und sich nicht gegenseitig widersprechend sein. Bei dem Argument, dass Frauen schlechter Einparken als Männer, wäre eine Prämisse eine aktuelle Statistik, bzw. deren Ergebnisse korrekt und auch relevant zum Argument. Eine gute Prämisse sollte immer auf Fakten aufbauen, da man zwar Prämissen ohne Beweise verwenden kann, die in einer guten Argumentation jedoch nicht standhalten und das Argument sogar entkräften können. Wenn ich beispielsweise behaupte, dass Frauen schlechter Einparken, weil sie einfach nicht so intelligent sind, wie Männer, ohne, dass ich empirische Beweise liefern kann, dann ist die Prämisse wertlos und für die Argumentation irrelevant.

3. Logisch bleiben

Es klingt so einfach, aber eigentlich ist es mehr als kompliziert, denn eine gute Argumentation braucht nur so viele Prämissen, wie sie braucht, nicht mehr, nicht weniger. Oftmals werden aber viel zu viele oder zu wenige Prämissen genannt, die sich schlimmstenfalls auch noch widersprechen und so das Argument null und nichtig machen. Logisch ist eine Argumentation, wenn die Prämissen wahr sind und sich nicht widersprechen und wenn die daraus gezogene Schlussfolgerung wahr ist und den Prämissen nicht widerspricht. Unlogisch, bzw. sich selbst widersprechend wäre etwa folgende Argumentation: Politiker lügen nicht, auch wenn Gutenberg gelogen hat. Denn der implizierte Fakt ist ja, dass Gutenberg ein Politiker ist (oder zumindest war, als er gelogen hat) und wenn er gelogen hat, dann kann die Schlussfolgerung nicht stimmen, dass Politiker nicht lügen. Wenn Politiker nicht lügen, kann Gutenberg als Politiker nicht gelogen haben, das entspricht aber nicht den Tatsachen, das Argument ist ungültig und unlogisch.

Annahme vs. Tatsache

Eines der beliebtesten logischen Beispiele ist das folgendes:

Prämisse: Die Straße ist nass

Schlussfolgerung: Es hat geregnet.

Oftmals gehen Leute davon aus, dass dies eine völlig korrekte Argumentation ist, aber dabei wird vernachlässigt, dass in dieser Aufstellung angenommen wird, dass nur Regen eine nasse Straße verursachen kann. Tatsächlich ist das jedoch nicht der Fall, so kann es geschneit und dann getaut haben, es kann ein Straßenreiniger vorbei gefahren sein oder ein Wasserhydrant ist kaputt gegangen. Auch in Argumenten zieht man oft falsche Schlussfolgerungen, nur weil man diverse Dinge annimmt, die nicht zwangsläufig Einfluss darauf haben. Bevor man also sein Argument vorstellt, sollte man sich immer überlegen, ob es wirklich auch mit den Prämissen zusammen hängende Schlüsse zieht und es keine anderen Gründe (Prämissen) für die Schlussfolgerung gibt.

Eine gute Argumentation ist sauber, hält auch Gegenargumenten stand und wurde vor allem so durchdacht, dass der Gegner keine Löcher hinein stechen kann. Man sollte daher immer bedacht argumentieren und nötigenfalls in Ruhe durchgehen, welche Prämissen man aufstellt, um seinem Argument Gewicht zu verleihen. Und auch wenn es schwere Kost ist, der wirklich gute Redner hat zumindest einmal kurz in die philosophische Disziplin der Logik rein geschnuppert.